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11.08.2016

13:16 Uhr

Modellrechnung für Nachbarplanet

Und plötzlich wird die Venus lebensfreundlich

VonLars Fischer
Quelle:Spektrum.de

Unser heißer Nachbarplanet Venus ist zu nah an der Sonne für gemäßigte Temperaturen? Keineswegs, sagt eine Wissenschaftlergruppe. Laut ihren Simulationen wäre eine andere, lebensfreundlichere Venus möglich.

Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus gesehen. Trotz der Nähe zum Zentralgestirn hätte sich die Venus unter bestimmten Umständen zu einem lebensfreundlicheren Ort entwickeln können, vermuten Nasa-Forscher. picture-alliance

Unser Sonnensystem

Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus gesehen. Trotz der Nähe zum Zentralgestirn hätte sich die Venus unter bestimmten Umständen zu einem lebensfreundlicheren Ort entwickeln können, vermuten Nasa-Forscher.

HeidelbergEin weniger lebensfreundlicher Planet als die Venus erscheint zumindest unter den erdähnlichen Planeten kaum vorstellbar. Doch laut einer Simulation unter Beteiligung von Nasa-Wissenschaftlern wäre eine andere Venus möglich. Denn das Computermodell zeigt: Unter bestimmten Bedingungen hätte sogar unsere höllische Nachbarwelt ein mildes Klima entwickeln können.

Das Team um Michael Way vom Nasa Goddard Institute for Space Studies geht von der Vorstellung aus, dass die Venus einst vergleichbar viel Wasser besaß wie die frühe Erde. Die Modelle der Wissenschaftler starten vor 2,9 Milliarden Jahren und enden vor 715 Millionen Jahren – zu einer Zeit, als sich auf der Erde das erste mehrzellige Leben zu regen begann.

Zusätzlich nehmen die Forscher auf dem Modellplaneten eine erdähnliche Atmosphäre überwiegend aus Stickstoff an. Unter diesen Annahmen, schreiben die Forscher, hätte die Venus unter Umständen bis vor 715 Millionen Jahren einen Ozean aus flüssigem Wasser haben können.

Entscheidend dafür ist die dünne, sehr stickstoffreiche und kohlendioxidarme Atmosphäre kombiniert mit der sehr langsamen Rotation des Planeten. Sie erlaubt es Venus in der Computersimulation, auf der Nachtseite sehr viel Wärme abzustrahlen. Dadurch gleicht das Modellsystem die hohe Sonneneinstrahlung aus, die sich durch die Nähe zu unserem Zentralgestirn ergibt.

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