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16.06.2014

10:31 Uhr

Mücken

Exotische Blutsauger auf dem Vormarsch

Der Klimawandel macht Deutschland für exotische Blutsauger wie die Asiatische Buschmücke attraktiv. Wie gefährlich solche nach Deutschland eingewanderten Moskitos sind, wird in einem neuen Sicherheitslabor erforscht.

Die Asiatische Buschmücke ist mittlerweile in Deutschland heimisch geworden. Sie kann gefährliche Krankheiten übertragen. dpa

Die Asiatische Buschmücke ist mittlerweile in Deutschland heimisch geworden. Sie kann gefährliche Krankheiten übertragen.

Greifswald/Insel RiemsDie in Deutschland beheimatete Gemeine Hausmücke Culex pipiens hat Konkurrenz aus Asien bekommen. „Die Asiatische Buschmücke hat sich inzwischen in Deutschland etabliert. Wir sind uns sicher, dass sie hier überwintert“, bilanziert der Insektenforscher Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Ostseeinsel Riems. Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Erstmals war die Asiatische Buschmücke 2008 in Süddeutschland entdeckt worden, später vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch in diesem Jahr konnten die FLI-Wissenschaftler das Insekt in Nordrhein-Westfalen nachweisen.

Unter den 50 heimischen Arten wurde Aedes japonicus – so ihr lateinischer Name – als erste einst exotische Stechmückenart in den Katalog der in Deutschland lebenden Mücken aufgenommen. „Die Bekämpfung der Buschmücke macht keinen Sinn mehr, sie hat sich zu weit in Deutschland ausgebreitet“, sagt Kampen.

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Stechmücken lieben es warm und feucht. Das Wetter in diesem Jahr bietet bislang ideale Voraussetzungen für die Vermehrung der lästigen Blutsauger. Wer nicht gestochen werden will, kann aber vorsorgen.

In einem neuen Sicherheitslabor nehmen die FLI-Wissenschaftler die Asiatische Buschmücke wie auch heimische Mückenarten jetzt genauer ins Visier. Vor zwei Monaten starteten die Entomologen in dem mit Luftschleusen gesicherten „Insektarium“ erste Zuchtversuche des Exoten. In gazebespannten Boxen und bei Idealbedingungen – mindestens 70 Prozent Luftfeuchtigkeit und 24 Grad Raumtemperatur – sollen sich männliche und weibliche Buschmücken zunächst zur Befruchtung treffen.

Das ist nicht ganz einfach, da Mücken in der freien Natur Kopulationsschwärme bilden. Gelingt die Zucht, wollen die Biologen und Insektenforscher Ende 2014 erste Infektionsversuche starten, um das Übertragungspotenzial zu erforschen.

Die Asiatische Buschmücke hat es in sich: Die Mücke mit den geringelten Mustern an den Beinen kann möglicherweise bislang in Deutschland nicht auftretende Krankheiten wie das West-Nil-Fieber, das Dengue-Fieber oder das Chikungunya-Fieber übertragen. Alle diese Erkrankungen sind gefährlich für den Menschen.

Das West-Nil-Fieber ist eine Zoonose – das Virus kann per Mücke von einem infizierten Tier auf den Menschen übertragen werden. West-Nil-Erkrankungen gibt es auch in Griechenland, mehrere Erkrankte starben.

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