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02.03.2006

16:25 Uhr

Museen

Evolution und Klima im Museum: Von Tsunamis, Mammuts und Speeren

Spektakuläre Funde vom Mammut bis zum ältesten bekannten Speer und vom Tsunami in Ägypten bis zum überlaufenden Mittelmeer: Die 1,7 Mill. Euro teure Ausstellung „Klima und Mensch - Leben in Extremen“ zeigt vom 30.

Potsdamer Institut für Klimaforschung dpa

Wenn bei minus zehn Grad im Winter von "Horrorkälte" gesprochen wird oder im Sommer schon bei 25 oder 26 Grad plus die Klimaanlagen laufen, könnte sich der Verdacht aufdrängen, der urbane Mensch hat sich von seiner Umwelt entfremdet.

dpa HERNE. Spektakuläre Funde vom Mammut bis zum ältesten bekannten Speer und vom Tsunami in Ägypten bis zum überlaufenden Mittelmeer: Die 1,7 Mill. Euro teure Ausstellung „Klima und Mensch - Leben in Extremen“ zeigt vom 30. Mai an im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne ein Jahr lang die Welt der Evolution und der Klimaentwicklung.

Gezeigt werden seltene Ausstellungsstücke wie die älteste bekannte Feuerstelle der Welt aus Südafrika, an der sich Frühmenschen vor 1,6 Mill. Jahren wärmten.

Prunkstück der Evolutionsschau ist aber das Mammutbaby „Dima“, das vor 35 000 Jahren im sibirischen Sumpf stecken geblieben ist und 1977 von Goldsuchern gut erhalten im Dauerfrostboden entdeckt wurde. „Dima“ ist eine Leihgabe des Zoologischen Museums der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. Warum Mammuts, die als anpassungsfähig galten, ausgestorben sind, erklärt die Ausstellung.

Sie zeigt auch die Entwicklung des Menschen - zum Beispiel, wie die ersten aufrecht gehenden Menschen die sich ausbreitenden Savannen bevölkerten. Der Überlebenskünstler Neandertaler und der moderne Mensch besetzten in der Ausstellung Hauptrollen. Sie hätten es besonders gut verstanden, sich an die extremen Klimaschwankungen während der Eiszeiten anzupassen, sagte Museumsleiterin Barbara Rüschoff-Thale am Donnerstag in Herne.

Die Jagd und die Kunst der frühen Menschen veranschaulichen seltene Funde wie der älteste Bogen der Welt aus Dänemark oder die 20 000 Jahre alte Venus von Kostenki aus Russland, eine der berühmtesten Venusfiguren der Welt. Insgesamt werden 300 Funde in der Sonderausstellung gezeigt.

Das Klima als treibende Kraft der Evolution begleitet dabei den Museumsbesucher als „Klimakurve“ auf dem Gang durch die vergangenen sechs Mill. Jahre. Die Klimakurve zeigt, welche Umwälzungen das Leben auf der Erde beeinflusst haben: Vor sechs Mill. Jahren „läuft das Mittelmeer voll“, von 1 400 bis 1 850 erlebt Europa eine kleine Eiszeit und Hungersnöte, 365 nach Christus verwüstet ein Tsunami die ägyptische Hafenstadt Alexandria. Das letzte Stück der Klimakurve führt vorbei an den Tsunamis und Hurrikanen der Gegenwart bis in die Zukunft zum Beispiel mit der Fiktion: „2010: Erderwärmung - in Dänemark wird Weinanbau möglich sein?“. (Internet: www.klimaundmensch.de; www.museum-herne.de)

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