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12.01.2004

18:00 Uhr

Mutterschiff "Mars-Express" sendet erste Testbilder

"Beagle 2" bleibt verschollen

Auch nach knapp einer Woche intensiver Suche gibt es keine Signale vom europäischen Mars-Lander „Beagle 2“. Auf der Sonde „Mars-Express“, die für mehr als 80 Prozent der Forschungsaufgaben verantwortlich ist, verlaufe dagegen alles nach Plan.

HB DARMSTADT. Dies sagte der Sprecher des Europäischen Raumfahrtkontrollzentrums (Esoc), Bernhard von Weyhe, am Montag in Darmstadt. So habe die 3D- Kamera bereits erste Testbilder geliefert. In der kommenden Woche sollen erste Fotos veröffentlicht werden.

„Beagle 2“, benannt nach dem Schiff des Naturforschers Charles Darwin, ging am 25. Dezember auf dem Mars nieder und gilt seitdem als vermisst. Sein Mutterschiff „Mars-Express“ kehrte nach einer großen Schleife erst am 7. Januar zum roten Planeten zurück, um die Suche zu starten. Allerdings konnte es bisher kein Sendezeichen empfangen. Die Hoffnung der Wissenschaftler beruht darauf, dass ein Computerfehler des „Beagle 2“ für die Sendepause verantwortlich ist. Da der Rechner immer wieder neu gestartet wird, bestehe jederzeit die Möglichkeit, doch noch Kontakt zu finden.

Allerdings gibt es auch etliche andere Szenarien: So könnte die Außenhaut des Landegeräts während der mehrmonatigen Reise von einem Meteoriten getroffen worden sein, erklärte Esoc-Mitarbeiter Walter Flury. Beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre sei „Beagle 2“ auf 1200 Grad erhitzt worden, da könne bereits ein winzigen Loch im Schutzschild verheerende Folgen haben. Denkbar sei auch, dass sich der Fallschirm nicht geöffnet habe oder ein Airbag beim Aufprall geplatzt sei. In beiden Fällen wäre die knapp 70 Kilogramm schwere Lande-Einheit mit den Ausmaßen eines Autoreifens zerstört worden.

Dass die Amerikaner mit ihren Landern erfolgreicher sind, wundert Flury nicht: „Die Nasa hat schließlich bereits vor 40 Jahren die erste Sonde in Richtung Mars geschickt. Für uns ist es der erste Versuch.“ Auch für den wissenschaftlichen Direktor der europäischen Raumfahrtbehörde, David Southwood, ist es keine Schande, am „grausamen“ Planeten Mars zu scheitern. Dieses Schicksal hat mehr als die Hälfte der rund 30 Mars-Missionen ereilt.

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