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04.06.2014

14:29 Uhr

Nach Fälschungsvorwurf

Japanische Forscherin widerruft Stammzellstudie

Im Januar erregte eine japanische Stammzellstudie weltweit Aufsehen. Doch schnell wurden Fälschungsvorwürfe gegen die Studienleiterin laut. Die Forscherin wehrte sich zunächst, nun gibt sie offenbar auf.

Haruko Obokata bei einer Pressekonferenz im April 2014. Reuters

Haruko Obokata bei einer Pressekonferenz im April 2014.

TokioDie japanische Stammzellenforscherin Haruko Obokata hat eingewilligt, zwei umstrittene Veröffentlichungen über die Erzeugung von Stammzellen zurückzuziehen. Eine Sprecherin des renommierten Riken-Zentrums für Entwicklungsbiologie in Kobe bestätigte am Mittwoch, dass die 30-Jährige der Rücknahme beider Papiere zugestimmt habe. Der Forscherin war Manipulation und Fälschung vorgeworfen worden, was sie jedoch zunächst zurückgewiesen hatte.

Auf der Stammzellenforschung ruhen große Hoffnungen im Kampf gegen heute noch unheilbare Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer. Unter Leitung von Obotaka hatten Forscher aus Japan und den USA Ende Januar im britischen Fachblatt „Nature“ berichtet, dass sie unter anderem mit Hilfe von Zitronensäure Körperzellen neugeborener Mäuse in eine Art embryonalen Zustand zurückversetzt hatten. Diese sogenannten STAP-Zellen könnten sich wieder in nahezu jeden Zelltyp entwickeln.

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Erst wurde Haruko Obokata für einen vermeintlichen Durchbruch in der Stammzellforschung gefeiert, kurz darauf dann als Fälscherin verdammt. Jetzt schlägt die junge Forscherin in ganz unjapanischer Weise zurück.

Forscherkollegen wunderten sich bald, weshalb sie die Ergebnisse der hochgelobten Studie nicht wiederholen konnten. Das staatlich geförderte Riken-Institut hatte Obaka schließlich im April geraten, die Forschungsartikel zurückzunehmen, nachdem man herausgefunden hatte, dass Aufnahmen in der Studie solchen aus Obokatas Doktorarbeit aus dem Jahr 2011 ähnelten.

Eine Rücknahme kam für die Wissenschaftlerin jedoch zunächst nicht infrage. Sie begründete dies damit, dass eine Rücknahme bedeuten würde, dass die Forschungsergebnisse falsch seien. Dies sei aber nicht der Fall. Schließlich willigte die Forscherin willigte am 29. Mai in die Rücknahme eines der Texte ein - laut ihrem Anwalt wollte sie aber an dem wichtigeren Text festhalten, der die eigentlichen Ergebnisse und die Methode zur STAP-Herstellung enthielt.

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