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15.01.2015

08:50 Uhr

Nach Giftalarm im All

Entwarnung für die ISS-Crew

Eilig mussten zwei US-Astronauten auf der Raumstation ISS ihren Forschungsbereich verlassen. Es gab Hinweise, dass ein giftiger Stoff ausgetreten sein könnte. Jetzt hat die Nasa Entwarnung gegeben.

Zwischenfall auf der ISS

Giftalarm sorgt für Evakuierung

Zwischenfall auf der ISS: Giftalarm sorgt für Evakuierung

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Moskau/HoustonNach dem Giftstoff-Alarm auf der Internationalen Raumstation ISS hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa Entwarnung gegeben. Es sei nicht wie zunächst vermutet Ammoniak ausgetreten, teilte die Nasa am Mittwoch (Ortszeit) mit. Der Fehlalarm sei wohl von einer Computerpanne ausgelöst worden.

Die US-Astronauten sind bereits wieder in das vorübergehend evakuierte US-Segment der ISS zurückgekehrt. „Die Astronauten sind in guter Verfassung und waren nie in Gefahr“, hieß es in einer Mitteilung der US-Weltraumbehörde. Der Vorfall werde aber weiter untersucht.

Der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin betonte bei einem Funkgespräch mit der ISS-Besatzung, die Raumfahrtbehörden Russlands und der USA stünden in engem Kontakt. Alle Seiten würden sich um eine Lösung der ungewöhnlichen Situation bemühen, sagte er der Agentur Tass zufolge in Moskau. Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew meinte in dem Gespräch, die Lage an Bord der ISS sei „unter Kontrolle“.

Austritt von Ammoniak gilt – neben einem Brand und einem Druckabfall – als größte Gefahr für den Außenposten der Menschheit. Der gasförmige Stoff dient unter anderem zur Kühlung des Stromkreislaufs auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde. „Wir glauben, dass jetzt alles gut ist, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns, bis wir alles wieder neu konfiguriert haben“, sagte Nasa-Manager Mike Suffredini.

Die US-Astronauten Barry Wilmore und Terry Virts hatten nach dem Alarm Sauerstoffmasken übergezogen und waren mit großer Eile in den russischen Teil der ISS hinübergewechselt. Die Luke zwischen den beiden Modulen wurde geschlossen.

„Wir sind alle sicher, und uns geht es gut im russischen Segment“, twitterte die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti kurz darauf. Die Räumung des US-Segments sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, betonte Suffredini. „Für die Crew bestand nie ein Risiko.“ Der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau zufolge wurde der Alarm gegen 09.44 Uhr (MEZ) ausgelöst.

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