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12.01.2005

16:20 Uhr

Forschung + Medizin

Nasa geht auf Kollisionskurs mit Kometen

Die US-Weltraumbehörde Nasa geht in einer spektakulären Mission auf „Kollisionskurs“ mit einem Kometen.

dpa WASHINGTON. Die US-Weltraumbehörde Nasa geht in einer spektakulären Mission auf „Kollisionskurs“ mit einem Kometen. Am Mittwoch wollte sie von Cape Canaveral (Florida) die Raumsonde „Deep Impact“ auf den Weg zum Schweifstern Tempel 1 schicken, um ein Loch in ihn zu schießen und dann das Innere des Kometen zu untersuchen.

Dazu soll die Sonde am 3. Juli ein etwa kühlschrankgroßes Kupfergeschoss aussetzen, das sich - wenn alles planmäßig verläuft - am 4. Juli in den Kometen bohren soll und dadurch einen Krater in der Größe eines Stadions verursacht.

Die Nasa will dann das Loch mit Hilfe der Weltraumteleskope „Hubble“ und „Chandra“ untersuchen. Instrumente an Bord der Sonde sollen außerdem die aus dem Loch geschleuderte Materie analysieren. Die Wissenschaft erhofft sich von der Mission, die nach einem Kinofilm über einen auf die Erde zusteuernden Kometen benannt ist, wichtige Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems vor rund 4,5 Mrd. Jahren.

Voraussetzung für erfolgreiche Untersuchungen ist, dass der Kupferblock die Sonnenseite des Kometen trifft. Andernfalls können „Chandra“, „Hubble“ und auch ein neuartiges extrem scharfes Teleskop an Bord der Sonde nicht die erhofften sensationellen Bilder liefern. Der Sonde selbst bleiben für das Fotografieren nur etwa 20 Minuten Zeit: Sie muss rasch das Weite suchen, um dem erwarteten Wirbel von Gestein, Staub und Eis nach der Kollision auszuweichen.

Bei früheren Missionen hatte die Nasa nur die Oberfläche von Kometen erforscht. Diese Außenhülle ist jedoch unter anderem durch die starke Sonneneinstrahlung beeinflusst, denen die Schweifsterne auf ihrer Bahn ausgesetzt sind. Im Kern des Kometen, der vom gebürtigen deutschen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel im 19. Jahrhundert entdeckt worden war, könnten dagegen die ursprünglichen Bausteine unseres Sonnensystems konserviert sein.

Aber zuerst hieß es Daumendrücken in Cape Canaveral, wo der Start der Sonde mit Hilfe einer Delta-Rakete für 13.48 Uhr Ortszeit (19.48 Uhr MEZ) geplant war. Er hatte zuvor schon mehrfach aus technischen Gründen verschoben worden müssen.

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