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12.03.2016

11:26 Uhr

Nasa-Lack

Teflon-Beschichtung soll Airlines beim Sparen helfen

Fliegen und Mücken kleben an der Außenhaut – und verstärken den Luftwiderstand beim Fliegen. Die Nasa hat in umfangreichen Forschungen einen Lack entwickelt, der wie eine Pfannenbeschichtung wirkt. Was damit möglich ist.

Das beste Material konnte bislang 40 Prozent der Insekten am Festkleben hindern. Imago

Tragfläche eines Flugzeugs

Das beste Material konnte bislang 40 Prozent der Insekten am Festkleben hindern.

WashingtonDer nächste Durchbruch in der Flugzeugkonstruktion steht bevor. Fluggesellschaften sollen damit Millionen einsparen könnten. Und das einfach nur mit einer Lösung, die verhindert, dass Fliegen und Mücken an der Außenhaut der Maschine kleben bleiben.

Wissenschaftler der Nasa lassen sich Substanzen patentieren, die ähnlich wie eine Pfannenbeschichtung wirken. Wenn Tragflächen und Flugzeugrumpf sauber bleiben, kann die Luft leichter darüber streichen. Und damit könnte eines der ältesten Probleme der Luftfahrt gelöst werden: Wie eine sogenannte Laminarströmung zu erreichen ist, die Strömungswiderstand und Treibstoffverbrauch auf einen Schlag drastisch reduzieren würde. Bislang war das in der Praxis kaum möglich, weil bereits die geringste Verschmutzung Turbulenzen verursacht, die einen sauberen Luftstrom stören.

„Ich denke, wir befinden uns eindeutig auf dem richtigen Weg“, sagt Fay Collier, Manager des Nasa-Projekts für umweltbewusste Luftfahrt. „Wir haben einen riesigen Schritt nach vorne gemacht.“ Von Dutzenden Materialien, die zuerst in Windkanälen und dann im letzten Jahr an den Tragflächen einer Boeing 757 getestet wurden, waren zwei so erfolgreich, dass die Nasa sie nun Privatfirmen zugänglich machen will. Das beste Material konnte bislang 40 Prozent der Insekten am Festkleben hindern. Die Wissenschaftler hätten gerne höhere Quoten – es gibt also noch mehr Arbeit.

Der Druck auf die Flugzeugbauer wächst. Die Maschinen sollen treibstoffsparender und umweltfreundlicher arbeiten. Das Vermeiden der Verschmutzung durch Insekten ist ein Forschungsbereich, der gewaltigen Nutzen verspricht. Flugzeuge sind in den USA laut Umweltschutzbehörde EPA für drei Prozent der Treibhausgase verantwortlich, und dieser Anteil wird noch steigen, falls die Regierung anderen Verursachern wie Autos immer strengere Grenzwerte auferlegt.

Theoretisch würde eine spiegelglatte Außenhaut von Tragflächen und Rümpfen großen Nutzen bringen, sagt Mark Drela, Professor mit Spezialgebiet Aerodynamik am Massachusetts Institute of Technology: „Bei einem Düsenflugzeug ist das enorm“, erklärt er, „es handelt sich um einen Faktor von zehn.“ Das ist, als würde ein Auto mit einer Tankfüllung statt 800 nun 8000 Kilometer schaffen.

Wenn die Luft über einen normalen Flugzeugflügel streicht, dann gibt es Turbulenzen, ähnlich wie winzige brechende Wellen. Ist die Strömung dagegen gleichmäßig, bildet die Luft verschiedene Schichten mit minimaler Reibung dazwischen, was die Effizienz deutlich verbessert.

In der Realität war eine solche Effizienz - außer bei einigen Spezialflugzeugen wie etwa Segelfliegern - nicht erreichbar.

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