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14.01.2008

21:10 Uhr

Nasa-Sonde erreicht Ziel

Raumsonde „Messenger“ passiert Merkur

Der kleinste Planet unseres Sonnensystems hat Besuch von der Erde erhalten. Die Nasa-Sonde Messenger ist am Montag wie geplant am Merkur vorbeigefloen und hat dabei Daten von einer der am wenigsten erforschten Welten unserer kosmischen Nachbarschaft gesammelt.

Start der Raumsonde Messenger im August 2004 Foto: dpa

Start der Raumsonde Messenger im August 2004 Foto: dpa

HB WASHINGTON. Erstmals seit drei Jahrzehnten ist am Montag wieder eine Raumsonde nahe am Planeten Merkur vorbeigeflogen. Dreieinhalb Jahre nach ihrem Start erwarten Forscher von der US-Sonde „Messenger“ insgesamt 1200 Bilder und andere Daten, auch von bisher völlig unbekannten Regionen des sonnennächsten Planeten. Die Raumsonde näherte sich bis auf 200 Kilometer. „Während des Vorbeiflugs werden wir einen Blick auf die Hemisphäre Merkurs werfen können, die bisher noch niemals eine Sonde einsehen konnte“, hatte Sean C. Solomon vom Carnegie Institution in Washington vor dem „Messenger“-Besuch die Erwartungen der Forscher umrissen.

Die US-Weltraumbehörde Nasa erhofft sich von der „Messenger“- Mission Aufschluss über die geologische Geschichte des Merkurs in unserem System sowie über dessen Magnetfeld, über den ungewöhnlich großen Metallkern und mögliche Eisvorkommen an seinen Polen. Die Nasa will die Ergebnisse des Vorbeifluges am 30. Januar auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen.

„Messenger“ war im Sommer 2004 vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) gestartet. Nach einem rund 7,9 Mrd. Kilometer langen Flug soll die Sonde 2011 in eine Umlaufbahn um Merkur einschwenken und den Planeten ein Jahr lang umkreisen. Wegen der starken Sonnenstrahlung und der extremen Hitze ist die Sonde mit einem Schutzschild aus Spezialkeramik ausgestattet. Mit Temperaturen von mehr als 450 Grad Celsius ist Merkur tagsüber ein Glutofen und mit bis zu minus 217 Grad Celsius nachts ein Eisschrank.

Merkur gilt als einer der am wenigsten erforschten Planeten in unserem Sonnensystem. Der Planet ist etwas größer als der Erdmond. Seit der „Degradierung“ des Pluto zum Zwergplaneten ist Merkur der kleinste Planet unseres Sonnensystem. Wie Venus und Mars gehört der Merkur zu den erdähnlichen Gesteinsplaneten. Die Wissenschaftler erhoffen sich von den Daten daher auch Rückschlüsse darauf, wie die Erde entstanden ist. 1974 und 1975 hatte sich die Sonde „Mariner 10“ dem Planeten genähert,dabei war aber stets nur eine Seite Merkurs sichtbar. Deshalb sind bislang nur 45 Prozent der Oberfläche bekannt.

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