Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.10.2016

11:42 Uhr

Nessie an die Front

U-Boot-Wrack befeuert Seemonster-Geschichten

VonLars Fischer
Quelle:Spektrum.de

Beim Verlegen eines Unterwasserkabels finden Sonarspezialisten ein U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg. UB-85 kapitulierte 1918 vor einem britischen Kriegsschiff, danach hatte der Kapitän eine kuriose Geschichte zu erzählen.

Beim Verlegen eines Unterwasserkabels wurde das U-Boot auf dem Meeresgrund entdeckt. dpa

Sonarbild von UB-85

Beim Verlegen eines Unterwasserkabels wurde das U-Boot auf dem Meeresgrund entdeckt.

HeidelbergEin in der Irischen See aufgespürtes Wrack aus dem Ersten Weltkrieg bietet einen willkommenen Anlass zu Spekulationen über Nessie, Kraken und andere mythische Meeresmonster. Beim Installieren eines Unterwasserkabels stießen Sonarfachleute des Energieversorgers ScottishPower auf das Wrack eines deutschen U-Boots der UBIII-Klasse – womöglich UB-85, das im Jahr 1918 vor einem britischen Patrouillenboot kapitulierte.

Dieses Schiff gelangte zu Berühmtheit, weil sich die Besatzung völlig kampflos ergab. Nach der Kapitulation berichtete der Kapitän vom Angriff eines gigantischen Seemonsters, das sein Schiff so beschädigte, dass es kampfunfähig wurde.

Die Kreatur, so die überlieferte Geschichte des Kapitäns, habe einen gigantischen Kopf, riesige Augen und scharfe Zähne gehabt. Beim Kampf mit dem Tier sei das Boot so beschädigt worden, dass es nicht mehr tauchen konnte und dem feindlichen Schiff ausgeliefert war.

Ein von ScottishPower zitierter Monsterexperte würdigte deswegen auch die kriegswichtigen Beiträge der Ungeheuer-Population um die Britischen Inseln. Fachleute geben allerdings zu bedenken, dass U-Boote gelegentlich auch aus weniger spektakulären Gründen Defekte hatten, die sie am Tauchen hinderten. Ein Seeungeheuer sei deswegen nicht nötig, um die Kapitulation von UB-85 im Jahr 1918 zu erklären.

Zumal es keineswegs klar ist, ob die Sonarbilder tatsächlich UB-85 zeigen oder stattdessen sein Schwesterschiff UB-82. Das sank nämlich ganz ohne monströse Einwirkung in der gleichen Seeregion.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×