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05.06.2015

18:15 Uhr

Neue Airbus-Pläne

Ariane wird zur Recycling-Rakete

VonThomas Hanke

Airbus will die Kosten von Raketenstarts radikal senken. Die neue Ariane 6 soll dafür recycelbar werden. Doch an genau dieser Idee beißt sich Elon Musk mit seiner SpaceX bereits seit Jahren die Zähne aus.

Die Illustration zeigt das Projekt Adeline (Haupttriebwerk und Bordleketronik) mit Endstufe auf den Weg in den Weltraum. dpa

Adeline

Die Illustration zeigt das Projekt Adeline (Haupttriebwerk und Bordleketronik) mit Endstufe auf den Weg in den Weltraum.

ParisVon der Wegwerf-Rakete zum wiederverwendbaren Weltraum-Fahrzeug: Wie ihr amerikanischer Konkurrent Space X soll auch die neue europäische Ariane 6 künftig zu einem großen Teil mehrfach eingesetzt werden. Für die Entwicklung des neuen Trägersystems geben die europäischen Staaten in den nächsten Jahren vier Milliarden Euro aus.

Am Freitag stellte Franҫois Auque, Chef Airbus Defence and Space, seine Planungen für den mehrfachen Einsatz von Teilen der Ariane vor. Die erste Stufe mit dem Haupttriebwerk und der Elektronik soll künftig nicht mehr im Meer versinken, sondern landen und erneut eingesetzt werden. Dem Franzosen zufolge können dadurch 70 Prozent bis 80 Prozent der Kosten eingespart werden. Die Wiederverwendung wird allerdings nicht schon bei der ersten Generation der neuen Ariane zum Zuge kommen, die 2020 fliegen soll. Auque zufolge wird es bis 2025 dauern, erst dann soll die mit Steuerflügeln versehene erste Stufe sicher zur Erde zurückkehren.

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Völlig neu ist der Gedanke für die Europäer nicht: Bereits in den 90er-Jahren haben vor allem Franzosen und Russen an der Frage gearbeitet, wie man den Raketenschrott verringern, Teile einer Rakete erneut in den Himmel schießen und dadurch Starts billiger machen kann. Auf einen Teil der Arbeiten konnte Airbus-Safran Launchers, das neu gegründete Konsortium für den Bau der Rakete, nun zurückgreifen.

Das Landemodul „Adeline“ verfügt über kleine Tragflächen, die einen gesteuerten Flug ermöglichen. Anders als beim amerikanischen Rivalen Space X kann es deshalb wie eine Drohne auf einer normalen Flughafenpiste aufsetzen. Airbus hat dieses Verfahren bereits an kleinen Modellen erfolgreich getestet.  Nun geht es an die Entwicklung in echter Größe,  was ungleich schwieriger ist.

Die von Elon Musk gegründete amerikanische SpaceX ist bereits ein Stückchen weiter. Sie hat mehrfach versucht, eine Falcon-Rakete wieder heil zurück zur Erde zu holen, nachdem sie einen Satelliten in die Umlaufbahn geschossen hatte. Die Idee ist, die Rakete auf einer großen Landeplattform im Ozean landen zu lassen. Bislang schlugen aber alle Versuche fehl. Die Falcon traf zwar zweimal auf dem Bergungsschiff ein, aber mit so hoher Geschwindigkeit, dass sie entweder explodierte oder sehr schwer beschädigt wurde.

Musk wertet die Versuche unter realen Bedingungen trotzdem als Erfolg: Immerhin gelang es, die erste Stufe nach dem Start erneut zu zünden, auf die Plattform zu steuern und stark abzubremsen. Zumindest beim zweiten Versuch wurden auch die Landegestellte ausgefahren, doch kam die Rakete etwas schief liegend an der Plattform an. Gelingt die Wiederverwertung, rechnet der Tesla- und Paypal-Gründer Musk mit Kostensenkungen bis zu 50 Millionen Dollar pro Start.

Wie bei der Ariane wird die erste Stufe der Falcon nicht mit festem Brennstoff betrieben, der einfach bis zum Ende abbrennt. Vielmehr kommen Motoren zum Einsatz, die mit flüssigem Wasserstoff oder Methan betrieben werden und gestoppt sowie erneut gezündet werden können. Diese Triebwerke sind hoch komplex und extrem teuer, weshalb ihre mehrfache Verwendung wirtschaftlich so interessant ist.

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