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17.05.2011

09:40 Uhr

Neue Akustik-Waffe

Beschallen statt beschießen

Fraunhofer-Wissenschaftler haben im Auftrag der Bundeswehr eine Schallwaffe entwickelt. Mit Lautstärke soll sie Soldaten die Gegner vom Hals halten.

Erik Walschburger vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT arbeitet an einem Akustikgenerator. Der Prototyp der Schallwaffe wurde von dem Institut im Auftrag der Bundeswehr entwickelt. Quelle: dpa

Erik Walschburger vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT arbeitet an einem Akustikgenerator. Der Prototyp der Schallwaffe wurde von dem Institut im Auftrag der Bundeswehr entwickelt.

Pfinztal/EttlingenAuf sie mit Gebrüll. Mit einer modernen Auslegung dieses Kriegsrufs will das Militär künftig Gegner abschrecken. Die dafür notwendige Waffe besteht aus etlichen hintereinander montierten Lautsprechern, mit denen Menschen gezielt auf mehrere hundert Meter mit unangenehmen Geräuschen beschallt werden können.

Das Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal bei Karlsruhe hat jetzt einen Prototypen vorgestellt, den es im Auftrag der Bundeswehr entwickelt hat. Dazu wurden im Labor zehn quadratische Lautsprecher - jeder etwas größer als eine CD-Hülle - im Abstand von rund 15 Zentimetern hintereinander auf eine Gestänge geschraubt. Die Herausforderung war, sie so anzuordnen, dass die Laute gezielt nach vorne abstrahlen.

„Normalerweise breitet sich der Schall kugelförmig aus und verhallt schon nach wenigen Metern“, erklärt Wilhelm Eckl, Abteilungsleiter für energetische Systeme am ICT. Mit dem Akustikgenerator könne er trichterförmig über mehrere hundert Meter ausgestrahlt werden.

Dreht man am Einschaltknopf, jagt ein Frequenzgenerator 680 Herz durch mehrere Endstufen. Ein greller Ton erfüllt die Luft. Hinter den Lautsprechern ist er nur unangenehm, davor unerträglich. „Die Maschine schafft bis zu 130 Dezibel, das ist etwa doppelt so laut wie ein Starfighter,“ erläuterte Diplomingenieur Erik Walschburger. Er forschte fünf Jahre an dem Gerät.

Eckl sieht gute Chancen, dass solche Akustikgeneratoren in einigen Jahren zur Ausrüstung der Bundeswehr gehören. „Sie sind effizient, und mit ihnen wird niemand getötet.“ Die einzige Gefahr sei, dass das Trommelfell in Mitleidenschaft gezogen wird. „Aber die ist heute schon in jeder Diskothek gegeben.“

Kommentare (4)

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Nachdenker

17.05.2011, 11:26 Uhr

Seltsam, daß hier technische Daten freigegeben werden, die eigentlich der Geheimhaltung unterliegen?
Gezielte Desinformation? ;)
Ok, baue mir dann ein Filter für 680 Hz oder komme mit Gegenschall.
Am besten jedoch wirken Gutmenschen, die die Waffe per Gerichtsbeschluß verbieten werden. Hat ja auch bei CS-Gas geklappt, welches eine ausgezeichnete Wirkung auf agressiven Mob hat.

Account gelöscht!

17.05.2011, 20:23 Uhr

Bei solchen unkritischen Artikeln bekomme ich es immer mit der Angst zu tun. Besonders wenn sich der Artikel liest wie die Werbung für menschenfreundliche Waffen. Solche Waffen werden am ende immer als Crowd Control gegen die eigene Bevölkerung, und die Zivilbevölkerung anderer Länder eingesetzt. Ein gutes Beispiel dafür ist das „Active Denial System“, kurz ADS was in den USA und Israel zur Crowd Control benutzt wird. Diese Energiewaffe benutzt Mikrowellen um den Körpers des Menschen so aufzuheizen, dass man das Gefühl hat lebendig gekocht zu werden. Interessant ist auch wie beiläufig das Wort Friedensmission eingeschoben wurde.

Nachdenker

17.05.2011, 22:40 Uhr

Regen Sie sich doch nicht so auf!
Gehen Sie doch mal auf eine Luftfahrtmesse.
Aber vergessen Sie Ihre Herztabletten nicht! ;)

Waffen sind zum töten oder ziemlich wehtun da. Mit Wattebällchen wirft man nur im Damen-Debattierclub.

Von einer idealen und friedlichen Welt sind wir leider Lichtjahre entfernt.
Nehmen Sie die "Werbung" mit Humor! :))

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