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12.12.2011

10:39 Uhr

Neue Gerücht zum Gottesteilchen

Hoffen auf Higgs

Sie jagen fast so schnell um die Erde wie die Partikel im größten Teilchenbeschleuniger der Welt: Gerüchte um das Higgs-Boson, das letzte Puzzleteil im Standardmodell der Materie. Am Dienstag könnte es Neuigkeiten geben.

Die Illustration zeigt die Kollision von Atomkernen, Tausende von neuerzeugten Teilchen fliegen dabei in alle Richtungen. In diesem Teilchenschauer hoffen Forscher das Higgs-Boson nachweisen zu können. dpa

Die Illustration zeigt die Kollision von Atomkernen, Tausende von neuerzeugten Teilchen fliegen dabei in alle Richtungen. In diesem Teilchenschauer hoffen Forscher das Higgs-Boson nachweisen zu können.

GenfDie Pressemitteilung war nüchtern und sachlich, wie es sich für eine wissenschaftliche Einrichtung gehört. Doch sie enthielt auch Reizworte wie „beträchtlich“ und „Fortschritt“. Und sie betraf immerhin eines der größten noch ungelösten Rätsel unseres Daseins.

Kein Wunder, dass die Welt der Teilchenphysik in Aufregung geriet. An diesem Dienstag schaut sie mit Argusaugen nach Genf, wo Wissenschaftler am Europäischen Teilchenforschungszentrum (Cern) über neue Erkenntnisse bei der Suche nach dem Higgs-Boson berichten.

Benannt nach dem britischen Physiker Peter Higgs (82), der es 1964 vorhersagte, wird das Boson (Teilchen) seit Jahrzehnten mit Hilfe immer größerer Teilchenbeschleuniger gesucht. Forscher stimmen weitgehend darin überein, dass das Higgs-Teilchen das letzte noch fehlende Puzzleteil im Standardmodell vom Aufbau der Materie wäre, der bislang umfassendsten und schlüssigsten Beschreibung des Aufbaus der Welt. Manche nennen das Higgs-Boson deshalb gar das „Gottesteilchen“.

Klar, dass es auf der Fahndungsliste der Teilchenphysik ganz oben steht. Wobei die Suche nicht oben stattfindet, wo man einen herrlichen Blick auf den schneebedeckten Mont Blanc hat, sondern in 100 Metern Tiefe. Im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich beschleunigen die Cern-Physiker Protonen (Wasserstoffkerne) beinahe auf Lichtgeschwindigkeit. Mit enormer Wucht prallen die Partikel im 27 Kilometer langen Ringtunnel des Beschleunigers LHC (Large Hadron Collider) aufeinander.

Beim Zusammenkrachen entsteht ein Schauer von Folgeteilchen, unter dem, so die Hoffnung der Forscher, in ganzen seltenen Fällen ein Higgs-Boson sein könnte. Mit den beiden hausgroßen Detektoren ATLAS und CMS suchen die Physiker nach dessen Zerfallsprodukten, was einen zumindest indirekten Beweis für die Existenz des prophezeiten Teilchens liefern würde.

Kommentare (9)

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Einordnung

12.12.2011, 11:13 Uhr

Herrn Heuer kenne ich als gewieften Marketing-Manager mit Milliardensubventionen einem wachsenden Rechtfertigungsproblem.

Pro-D

12.12.2011, 11:18 Uhr

man wird dieses Higgs Teilchen finden, nicht weil es zwingend schon immer da war, sondern, weil man erwartet, dass es da ist.

Spätestens seit der Quantenphysik weiß man, dass die Erwartungen die Realität formt, oder erschafft. Und wie man sieht, passt sich die Physik auch hierbei immer mehr dem an, was man als ESOTERIK bezeichnet.

Account gelöscht!

12.12.2011, 11:24 Uhr

Zitat: "Spätestens seit der Quantenphysik weiß man, dass die Erwartungen die Realität formt, oder erschafft."

Was Sie alles wissen. :-D

Können Sie mir sagen, was Sie bezüglich des Euro und auch einiger Aktienkursverläufe erwarten? Auf diese geschaffenen Realitäten würde ich gerne setzen.

Ich hoffe, das ist dann kein Insidergeschäft.

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