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03.01.2012

11:30 Uhr

Neue Lichtdecke

Den Himmel ins Büro holen

Eine neuartige Deckenbeleuchtung sorgt für himmlische Lichtverhältnisse im Büro: Sie bildet die Lichteffekte nach, die vorbeiziehende Wolken hervorrufen – und soll so auch die Stimmung im Büro aufhellen.

Dank LED-Technik vermittelt diese dynamische Lichtdecke den Mitarbeitern das Gefühl, unter freiem Himmel zu arbeiten. dpa

Dank LED-Technik vermittelt diese dynamische Lichtdecke den Mitarbeitern das Gefühl, unter freiem Himmel zu arbeiten.

DüsseldorfDer Wind treibt die Wolken schnell über den Himmel, das Licht ändert sich ständig. Was uns draußen das Gefühl von Weite und Freiheit vermittelt, holen Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) nun auch ins Gebäude: Eine Lichtdecke, die sich über den gesamten Raum erstreckt, ahmt die Lichtverhältnisse nach, die vorbeiziehende Wolken erzeugen.

Die Lichtdecke setzt sich aus 50 mal 50 Zentimeter großen Kacheln zusammen. „In jeder Kachel befinden sich auf einer Platine 288 Leuchtdioden (LED)“, erläutert Matthias Bues, Abteilungsleiter am IAO. Eine mattweiße Folie  unter den LEDs sorgt dafür, dass die Leuchtpunkte nicht einzeln wahrgenommen werden, sondern als homogene Fläche.

Um das benötigte Lichtspektrum zu erhalten, verwenden die Forscher rote, blaue, grüne und weiße LEDs. Durch diese Kombination lassen sich über 16 Millionen Farben darstellen. Die weißen Leuchtdioden sorgen zudem für Energieeffizienz: Sie sind noch stromsparender als die bunten.

Die Hauptschwierigkeit bei der Entwicklung des virtuellen Himmels lag darin, die Lichtverhältnisse an einem bewölkten Tag nachzubilden. Dazu mussten die Forscher zunächst untersuchen, wie ändert sich das Spektrum des Lichts ändert, wenn die Wolken ziehen. „Mithilfe der LEDs ahmen wir diese Dynamik nach. Dabei soll der Nutzer die Änderungen nicht direkt wahrnehmen – das würde eventuell von der Arbeit ablenken“, so Bues.

Die Nutzer empfinden diese dynamische Lichtführung offenbar als sehr angenehm: Bei einer Studie arbeiteten zehn Probanden vier Tage lang unter einer 30 mal 60 Zentimeter großen Leuchte. Am ersten Tag leuchtete die Lampe statisch, am zweiten Tag änderte sich das Licht langsam und am dritten schnell. Am vierten Tag konnten die Testpersonen sich eine Beleuchtungsart aussuchen: 80 Prozent entschieden sich für die schnelle Dynamik.

Erste Anfragen zu der neuartigen Beleuchtung gibt es bereits, hauptsächlich für Konferenzräume. Momentan kostet „Virtual Sky“ etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter, mit fallender Tendenz: Denn je mehr Stückzahlen produziert werden, desto kostengünstiger werden die einzelnen Lichtdecken.

Von

tt

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