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17.01.2006

08:45 Uhr

Neue Nasa-Mission

In neun Jahren zum Pluto

VonM. Backfisch

Nach einer Kette von Rückschlägen will sich die Nasa mit neuen Weltraum-Projekten wieder nach vorne katapultieren.

WASHINGTON. Wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, soll eine Atlas-V-Rakete mit der Sonde „New Horizons“ heute Nachmittag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida in Richtung Pluto abheben.

Für die Reise zum äußersten Planeten unseres Sonnensystems, der rund fünf Mrd. Kilometer von der Erde entfernt ist, braucht die Sonde neun Jahre. Sie ist der schnellste Sternenkreuzer, den die Amerikaner je ins All geschossen haben. In neun Stunden soll das Vehikel mit der hundertfachen Geschwindigkeit eines Düsenflugzeugs den Mond erreichen, in 13 Monaten den Jupiter. Die Ankunft beim Pluto und dem umliegenden Kuiper-Gürtel ist für das Jahr 2015 geplant. Durch exakte Bilder erhoffen sich die US-Wissenschaftler vor allem neue Aufschlüsse über die Evolution des Sonnensystems. Fünf Jahre lang soll die Sonde den Planeten untersuchen.

Am Sonntag konnte die Nasa seit langem wieder einmal ein Erfolgserlebnis vorweisen. Nach einer sieben Jahre langen und 4,6 Mrd. Kilometer weiten Reise brachte die Sonde „Stardust“ erstmals Staub eines Kometen zur Erde. Die winzigen Partikel, die maximal ein Fünftel des Durchmessers eines menschlichen Haars messen, enthalten die ursprünglichen Bausteine bei der Herausbildung unseres Sonnensystems. Der Direktor der Nasa-Zentrale in Pasadena in Kalifornien, Charles Elachi, sprach von einem „zweiten goldenen Zeitalter in der Planetenforschung“.

Mit derlei Lichtblicken hofft die amerikanische Weltraum-Organisation, die negativen Schlagzeilen aus dem Shuttle-Programm vergessen zu machen. Die letzte Mission der „Discovery“ im Sommer 2005 war durch eine Serie von Pannen, Verzögerungen und Wetter-Kapriolen überschattet. Nachdem die Fähre beim Start von Dämmstoff-Teilen getroffen worden war, kamen Erinnerungen an der „Columbia“-Absturz vom Februar 2003 auf. Die Ursache des damaligen Unglücks war ein Schaden am Hitzeschild, den ein Stück abgebrochener Isolierschaum beim Start hervorgerufen hatte. Derzeit arbeiten die Nasa-Techniker fieberhaft an einer Überholung der Hitzekacheln. Das nächste Space-Shuttle soll im Mai mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter an Bord zur internationalen Raumstation ISS fliegen.

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