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31.01.2005

13:20 Uhr

Neue Studie

Neandertaler konnten vielleicht singen

Die Neandertaler waren nach einer neuen Studie keine affenähnlichen, brüllenden Grobiane, sondern sensible Wesen mit hohen Stimmen, die sich vielleicht sogar Lieder vorsangen.

Neandertaler

Feinsinniger Schöngeist statt tumben Draufhauers? Es gibt neues vom Neandertaler.

dpa LONDON. Der englische Archäologieprofessor Stephen Mithen leitet dies aus einer Untersuchung des Kehlkopfes der altsteinzeitlichen Menschenart ab. „Was sich da ergibt, ist das Bild einer intelligenten Kreatur mit komplexem Gefühlsleben, die wahrscheinlich teils mit Sprache, teils mit Gesang kommuniziert hat“, sagte der Forscher der „Sunday Times“.

Mithen verglich den Kehlkopf der Neandertaler mit dem von Menschen, Menschenaffen und kleineren Affen und versuchte herauszufinden, wie sich die Laute angehört haben müssen, die die Neandertaler damit von sich gaben. Seine Schlussfolgerung lautet: Ihre Stimmen waren laut, vom Klang her eher weiblich und vermutlich sehr melodisch. „Sie müssen zur Weitergabe von komplexen Ideen und sogar von Spiritualität fähig gewesen sein. Ihre Anatomie deutet darauf hin, dass die Tonhöhe und die Sprechmelodie dabei eine Schlüsselrolle gespielt haben.“ Mithen will seine Erkenntnisse im Juni in dem Buch „Der singende Neandertaler“ veröffentlichen.

Neandertaler lebten vor ungefähr 130 000 bis 27 000 Jahren und wurden nach und nach vom Menschen verdrängt. Schon mehrfach haben Forscher in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen, dass der Neandertaler ein Kulturwesen war, das als erste Menschenart Kleidung anfertigte und seine Toten mit Grabbeigaben bestattete.

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