Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.01.2012

15:24 Uhr

Neues Medikament

Neue Hoffnung für Millionen Malaria-Kranke

Viele der 225 Millionen Malariakranken können sich Medikamente nicht leisten. Der Grund: Das wirksame Mittel Artemisinin konnte bisher nur aufwendig hergestellt werden. Deutsche Forscher haben nun eine denkbare einfache Alternative gefunden.

Der für die Weiterführung der Forschungsarbeiten zuständige Chemiker Daniel Kopetzki in einem Labor an der Freien Universität (FU) Berlin an der Apparatur zur Synthetisierung des Malariawirkstoffs Artemisinin. dpa

Der für die Weiterführung der Forschungsarbeiten zuständige Chemiker Daniel Kopetzki in einem Labor an der Freien Universität (FU) Berlin an der Apparatur zur Synthetisierung des Malariawirkstoffs Artemisinin.

BerlinNeue Hoffnung für die weltweit rund 225 Millionen Malariakranken: Max-Planck-Forscher und Experten der Freien Universität Berlin haben einen Weg gefunden, um preiswerte Medikamente in ausreichend großer Menge herzustellen, wie die Max-Planck-Gesellschaft und die Universität am Dienstag in Berlin mitteilten. Dadurch werde es künftig möglich sein, die an Malaria erkrankten Menschen in Entwicklungsländern zu erschwinglichen Preisen mit der lebenswichtigen Arznei zu versorgen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben im Jahr 2010 insgesamt 655.000 Menschen an Malaria, die meisten davon im südlichen Afrika. Gut 90 Prozent der Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren. Zwar gibt es eine wirksame Malariatherapie, zu der aber längst nicht alle Zugang haben. Millionen von Infizierten können sich das Kombinationspräparat, das als wesentlichen Bestandteil den Wirkstoff Artemisinin enthält, nicht leisten. Die Substanz wird aus dem vor allem in China und Vietnam wachsenden Einjährigen Beifuß gewonnen.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der FU haben nun eine denkbar einfache Methode gefunden, um den Malariawirkstoff, der schon aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist, synthetisch herzustellen. Als Ausgangssubstanz verwenden sie demnach Artemisininsäure, die bislang als Abfallprodukt bei der Isolierung von Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß anfällt.

„Wir verwandeln die Artemisininsäure in einem einzigen Schritt in Artemisinin“, erklärte Peter Seeberger Direktor am MPI in Potsdam. Die Forscher entwickelten dafür eine einfache Apparatur, die es erlaubt, „große Mengen sehr kontrolliert herzustellen“.

Das bisherige Verfahren sei viel zu aufwendig und zu teuer. Bei dem sogenannten fotochemischen Verfahren wird Sauerstoff mit Hilfe von UV-Licht chemisch umgewandelt und Artemisinin erzeugt. Das Gemisch fließt durch einen dünnen Schlauch, der um eine Lampe mit ultraviolettem Licht gewickelt wird.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

hahebo

17.01.2012, 16:24 Uhr

Welcher Schwachkopf hat diesen Artikel geschrieben?

Wird der Wirkstoff nun aus der Pflanze gewonnen:
" Als Ausgangssubstanz verwenden sie demnach Artemisininsäure, die bislang als Abfallprodukt bei der Isolierung von Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß anfällt."
oder:
" .. ist die Produktion des Wirkstoffs nicht länger von der Gewinnung aus Pflanzen abhängig ..."

"Das bisherige Verfahren sei viel zu aufwendig und zu teuer. Bei dem sogenannten fotochemischen Verfahren wird Sauerstoff mit Hilfe von UV-Licht chemisch umgewandelt und Artemisinin erzeugt. "
Mit UV-Licht wird aus Sauerstoff also Artemisin erzeugt! Abgesehen davon, daß der Relativsatz sich wohl auf das neue Verfahren bezieht und nicht das bisherige. Soviel zum Textverständnis in der Handelsblatt Redaktion. Pisa läßt grüßen.

Laßt die Finger von naturwissenschaftlichen Artikeln, lernt Deutsch!

Kaeseblatt

17.01.2012, 16:54 Uhr

Locker bleiben. Dieses Niveau ist beim Handelsblättchen doch normal. Dieses Blättchen fällt mittlerweile in die Kategorie "Arbeitsbeschaffung für Praktikanten". Besonders putzig sind die Artikel im Wirtschaftsteil, in denen regelmäßig Millionen und Milliarden verwechselt werden. Das EU-Mitglied Norwegen ist mir auch noch in lebhafter Erinnerung. Und neulich gab es diese bemerkenswerte Herabstufung eines Ratings von B auf BBB. Köstlich.

Na ja. Wer wird schon kleinlich sein. Pisa ist überall.

donolli

17.01.2012, 17:07 Uhr

unabhängig vom Niveau, da ist wogl jemand sauer, weil ein einträgliches Geschäft der Pharmaindustrie verloren geht! Die drei größten Lobbyisten der Welt sind Pharma, Öl und Milch. Bekannt ist ja, dass die Pharmaindustrie lieber Symptome behandelt als die wirklichen Ursachen, da läßt sich über lange Zeit viel Geld verdienen! Mit ein Grund dass unser Gesundheitssystem defizitär ist!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×