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13.06.2012

12:14 Uhr

Neues Nasa-Teleskop

Röntgenblick auf Schwarze Löcher

Es wird die heißesten, kompaktesten und energiereichsten Objekte des Universums ins Visier nehmen: Das Röntgenteleskop „NuSTAR“ soll ein neues Fenster in den energiereichen Kosmos öffnen. Die Astronomen rechnen mit Überraschungen.

Die Nasa-Illustration zeigt das Röntgen-Teleskop NuSTAR, das heute ins All geschickt wird. dapd

Die Nasa-Illustration zeigt das Röntgen-Teleskop NuSTAR, das heute ins All geschickt wird.

Washington/PasadenaViele der gewaltigsten Objekte im Universum sind für das menschliche Auge unscheinbar: Schwarze Löcher, aktive Galaxienkerne und Reste explodierter Sonnen machen sich vor allem im Röntgenlicht bemerkbar. Ein innovatives Weltraumteleskop der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll ein neues Fenster in diesen energiereichen Kosmos öffnen. Der Start des Röntgenobservatoriums „NuSTAR“ ist für den heutigen Mittwoch geplant.

„Wir werden die heißesten, kompaktesten und energiereichsten Objekte sehen, mit einem grundlegend neuartigen Röntgenteleskop, das viel tiefere und schärfere Bilder liefert als je zuvor“, schwärmt „NuSTAR“-Chefwissenschaftlerin Fiona Harrison vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena in einer Nasa-Mitteilung. Sie hat die Mission vor 20 Jahren ersonnen.

„NuSTAR“ (Nuclear Spectroscopic Telescope Array) öffnet den Blick der Astronomen für sogenannte harte, das heißt besonders energiereiche Röntgenstrahlung. Sie gleicht der Strahlung, mit der Ärzte Knochen oder Zähne durchleuchten. Damit schließt das Teleskop eine Beobachtungslücke zwischen den existierenden Röntgenobservatorien „Chandra“ der Nasa und „XMM-Newton“ der europäischen Raumfahrtagentur Esa sowie dem Gammastrahlenteleskop „Fermi“ der Nasa. Weil die energiereiche Strahlung von der Erdatmosphäre geschluckt wird, müssen solche Observatorien oberhalb der Atmosphäre im Erdorbit stationiert werden.

Harte Röntgenstrahlung entsteht im Kosmos etwa, wenn Gas und Staub in den unentrinnbaren Schlund eines Schwarzen Lochs stürzen und sich dabei auf Millionen Grad Celsius aufheizen, oder wenn aktive Galaxienkerne Materie fast mit Lichtgeschwindigkeit tausende von Lichtjahren weit ins All schleudern. Wie die hohen Energien erzeugt werden, ist nicht immer im Detail geklärt. Der Lösung dieser Rätsel soll das 350 Kilogramm schwere „NuSTAR“ in seiner auf zwei bis fünf Jahre angesetzten Mission näherkommen.

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