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04.03.2004

07:00 Uhr

Neues Recyclingverfahren erregt Aufsehen bei Fahrzeugherstellern

Autoschrott liefert wertvolle Rohstoffe

VonDennis Kremer (Handelsblatt)

Revolution in der Abfallbranche: Das sächsische Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe (SVZ) in Spreetal gewinnt aus Kunststoffteilen verschrotteter Autos den Rohstoff Methanol – und hat so eines der schwierigsten Recycling-Probleme gelöst.

Neues Recyclingverfahren erregt Aufsehen bei Fahrzeugherstellern

Neues Recyclingverfahren erregt Aufsehen bei Fahrzeugherstellern

HB DÜSSELDORF. Mit dem Verfahren, das die Spreetaler gemeinsam mit der Hannoveraner Firma Tecpol und der Brüsseler Association of Plastic Manufacturers in Europe im vergangenen Jahr entwickelt haben, lässt sich erstmals die so genannte Shredderleichtfraktion der Autos wiederverwerten. Dabei handelt es sich beispielsweise um Stoßstangen, Armaturenbretter und Türverkleidungen, die durchschnittlich etwa 20 % des Autogewichts ausmachen. Die Techniker des SVZ mischen die zerkleinerten Teile mit einer kleinen Menge Braunkohle und erhitzen das Gemisch auf bis zu 1 600 Grad. Aus dem Autoschrott gewinnen sie so zunächst Synthesegas, das sie dann zu Methanol verarbeiten – dem wichtigsten Grundstoff für die Chemieindustrie.

Auch bei den Kraftfahrzeug-Produzenten stößt die neue Technik auf Interesse: „Wir stehen mit allen großen deutschen Automobilherstellern in Verhandlung“, sagt SVZ-Geschäftsführer Hans-Joachim Sander. Als „eine interessante Verwertungsmöglichkeit“, bezeichnet eine Sprecherin der Daimler-Chrysler AG das Verfahren : „Für uns ist das eine mögliche Option, da sich Methanol auch als Kraftstoff für Brennstoffzellen einsetzen lässt.“

Das Interesse der Autoindustrie hat einen einfachen Grund: Die Technik der Spreetaler ist in Europa fast ohne Konkurrenz. Die Ostdeutschen sind das einzige Unternehmen, das schon heute die neuen Anforderungen der EU-Altautorichtlinie erfüllen kann. Diese verlangt von den Abfallbetrieben, dass sie ab 2006 mindestens 80 % und ab 2015 mindestens 85 % eines Altautos wiederverwerten. „Diese Quoten sind ohne das von uns entwickelte Verfahren kaum zu erreichen“, sagt Sander.

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