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10.07.2014

23:01 Uhr

Neues Satellitennetzwerk

Entwicklungsländer kurz vor Anschluss ans Breitbandnetz

Milliarden Menschen haben keinen schnellen Internetzugang. Ein Satellitennetzwerk soll nun auch in Entwicklungsländern die Basis für Breitbandverbindungen schaffen. Finanziert wird das Projekt unter anderem von Google.

Schnelles Internet auch in Entwicklungsländern: Neue Satelliten sollen die Basis für den Anschluss ans Breitbandnetz schaffen. ap

Schnelles Internet auch in Entwicklungsländern: Neue Satelliten sollen die Basis für den Anschluss ans Breitbandnetz schaffen.

KourouRund 150 Schwellen- und Entwicklungsländer mit schlechter Internetanbindung stehen nach jahrelanger Wartezeit kurz vor dem Anschluss ans Breitbandnetz. Eine Sojus-Rakete startete am Donnerstagabend mit vier weiteren Satelliten für das sogenannte O3b-System erfolgreich ins All. Die Basis-Konstellation werde damit bald komplett und einsatzbereit sein, teilten die Betreiber am Weltraumbahnhof im südamerikanischen Französisch-Guayana mit.

Das neue Satelliten-Netzwerk soll unter anderem in Staaten in Afrika, Südostasien und Lateinamerika schnelle und günstige Onlineverbindungen ermöglichen. Es könne theoretisch drei Milliarden Menschen erreichen, die bislang keinen Breitband-Zugang haben, hieß es.

Finanziert wird das Projekt des Unternehmens O3b Networks unter anderem vom Internetriesen Google, dem europäischen Satellitenbetreiber SES und der britischen Bank HSBC. Die ersten vier Satelliten waren bereits im Juni 2013 ins All geschickt worden.

Die russische Trägerrakete Sojus hat mittlerweile acht erfolgreiche Starts von Kourou aus hinter sich. Sie gilt als zuverlässiges Transportmittel, mit dem mittelschwere Lasten kostengünstiger als mit der großen europäischen Ariane-Rakete ins All gebracht werden können.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Alexander von Obert

11.07.2014, 11:08 Uhr

Ein paar wichtige Informationen fehlen im Artikel:

Dieses Satellitensystem kann lediglich das Anbinden von Oberzentren ermöglichen, denn die Bodenstationen benötigen ziemlich aufwändige Technik. Es kann also nur das Glasfasernetz für den Weitverkehr ersetzen. Der eigentliche Internetnutzer kommt da nicht direkt ran.

Die hier eingesetzten Satelliten umkreisen die Erde auf viel niedrigeren Bahnen als die bei uns genutzten Fernsehsatelliten.

Deshalb muss man die Antennen auch kontinuierlich auf die Satelliten ausrichten. Wegen der hohen Frequenzen muss das auch sehr exakt passieren. Und weil die Satelliten über den Himmel wandern, braucht man sogar zwei solche Antennen, wenn man einen kontinuierlichen Datenstrom ermöglichen will. Sonst entstehen Unterbrechungen, weil der eine Satellit hinter dem Horizont verschwunden ist und die Antenne noch nicht auf den nächsten ausgerichtet werden konnte.

Die niedrige Flughöhe hat natürlich ihre Vorteile: Die Übertragungsstrecken sind viel kürzer.

Jeder kennt die Verzögerungen, wenn in den Fernsehnachrichten ein Korrespondent in Krisenbereichen interviewt wird. Dabei laufen die Verbindungen über einen oder gar zwei geostationäre Satelliten in 36.000 km Höhe über dem Äquator. Einmal hoch und wieder runter sind also 80.000 km, was eine viertel Sekunde dauert.

Eine viertel Sekunde hört sich erst mal nach nicht viel an. Die Internettechnik beruht aber aus ständigen Dialogen zwischen Client (Webbrowser...) und Server (Webserver, Mailserver...). Einmal hin und zurück dauert also mindestens eine halbe Sekunde.

Wenn man also eine Website aufruft, läuft das Seitengerüst frühestens nach einer halben Sekunde rein und das erste Bild erscheint frühestens nach 1 s.

Die niedrige Flughöhe erzwingt auch die große Anzahl von Satelliten: Ein Satellit ist jeweils nur von einem kleineren Teil der Erde aus zu sehen.

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