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31.01.2007

11:28 Uhr

Neuheiten der Sportmesse Ispo

Die ersten Skier mit Gangschaltung

VonJoachim Hofer

Vor rund zehn Jahren kamen die ersten Carving-Skier auf die Pisten. Seither hat sich auf dem Ski-Markt nicht mehr viel getan, die Umsätze der Branche gehen immer weiter zurück. Völkl will diesen Negativtrend nun stoppen: Der bayerische Sportartikelhersteller stellt am Wochenende die ersten Skier mit einer Art Gangschaltung vor.

Soll für noch mehr Fahrspaß sorgen: Die "Power Switch"-Funktion von Völkl.

Soll für noch mehr Fahrspaß sorgen: Die "Power Switch"-Funktion von Völkl.

MÜNCHEN. Skihersteller und Sporthandel haben ein Problem: Die letzte bahnbrechende Innovation liegt über zehn Jahre zurück. Damals kamen die ersten Carving-Skier auf die Pisten. Sie waren stärker tailliert als herkömmliche Bretter und kürzer. So konnten auf einmal auch mittelmäßige Fahrer vergleichsweise sicher und zügig die Abfahrten hinunter jagen.

Inzwischen hat fast jeder Skifahrer ein Paar im Keller. Weil aber eine revolutionäre Neuheit wie die Carver Mitte der 90er Jahre fehlt, wirkt die Branche ratlos. Völkl will das nun ändern. Der Skiproduzent stellt am kommenden Wochenende auf der Sportmesse Ispo in München die ersten Skier mit einer Art Gangschaltung vor. Für das Unternehmen aus dem bayerischen Straubing ist es „eine der größten Neuerungen seit Erfindung der Carving-Technik“.

Das mag zwar etwas zu hoch gegriffen sein, doch interessant ist die Entwicklung in jedem Fall. Denn mit dem so genannten „Power Switch“ soll jeder Skifahrer künftig selbst entscheiden, wie seine Skier reagieren sollen: Aggressiv oder entspannt, kraftvoll oder geschmeidig. Der „Power Switch“ ist ein Umschalt-Mechanismus im Heck der Bretter, der über einen Drehknopf bedient wird.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Im Innenraum des Skis erstrecken sich über die Länge hinweg zwei zylindrische Hohlräume. In dieser Führung befinden sich zwei Carbon-Stangen, die federnd gelagert sind. Wird der Knopf auf „Ein“ gestellt, werden die Carbon-Stangen fester in den Ski gepresst. Das Resultat: Er lässt sich nun aggressiver fahren und kurze Schwünge werden zum Vergnügen. Steht der Schalter auf „Aus“, wird der Ski flexibler – genau die richtige Einstellung für weite Bögen und entspanntes Fahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Skiproduzent damit wirbt, dass sich die Fahreigenschaften der Bretter verändern. Der österreichische Hersteller Blizzard hat schon vor Jahren Skier auf den Markt gebracht, die sich den jeweiligen Pistenverhältnissen optimal anpassen sollen. Der große Durchbruch war den so genannten Thermo-Skiern aber genauso wenig vergönnt wie die elektronischen Bindung, die Atomic vor vier Jahren vorgestellt hat.

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