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11.05.2014

11:40 Uhr

Neuro Gaming

Lastwagen werfen mit der Kraft der Gedanken

VonIna Karabasz

Es geht auch ohne Controller oder Maus: Computer lassen sich mit Gehirnströmen steuern – ob für Computerspiele oder Gesundheitschecks. Forscher machen die einst unbezahlbare Technik massentauglich.

Mit der Kraft der Gedanken: Mindwave misst, wie sehr sich der Träger konzentriert. Damit lässt sich ein Computerspiel steuern.

Mit der Kraft der Gedanken: Mindwave misst, wie sehr sich der Träger konzentriert. Damit lässt sich ein Computerspiel steuern.

San FranciscoEntwickler im Silicon Valley lassen sich nicht gerne einschränken. Grenzen sind dazu da, überwunden zu werden. Alte Weisheiten wie „man kann Menschen nur vor den Kopf schauen“ sind mehr Ansporn als Hindernis. Also machen die Tüftler möglich, was lange Medizinern mit schwerem technischen Gerät vorbehalten war: Sie gucken ins Gehirn – und machen die Technik dafür massenmarkttauglich.

Auf der Neuro-Gaming-Konferenz, die in dieser Woche zum zweiten Mal in San Francisco stattfand, zeigten Unternehmen, was sie mit Geräten, die Gehirnströme messen, alles vorhaben. Das Spektrum reicht von Computerspielen über Produkte für Gesundheitsbewusste bis hin zu modernster Medizintechnik.

Brain-Computer-Interface: Gedanken lassen Drohne fliegen

Brain-Computer-Interface

Gedanken lassen Drohne fliegen

Forscher in den USA haben eine Gedankensteuerung für eine Drohne entwickelt. Gedacht ist sie unter anderem für Patienten, die aufgrund einer Krankheit ihre Gliedmaßen nicht mehr bewegen können.

Die Hoffnungen sind in allen Bereichen groß: Laut der Unternehmensberatung PWC wird etwa der Markt für Videospiele bis zum Jahr 2017 auf fast 87 Milliarden Dollar wachsen. Der Umsatz mit Produkten, mit denen Kunden ihren Gesundheitszustand überprüfen können, soll laut dem US-Verband für Unterhaltungselektronik (CEA) von 3,3 Milliarden Dollar 2013 auf mehr als acht Milliarden Dollar 2018 steigen. Der allgemeine Markt für Medizintechnik soll nach den Berechnungen des Marktforschers Evaluate bis dahin um 4,5 Prozent auf 455 Milliarden Dollar steigen.

Lat Ware geht es um Spaß. Der 29-Jährige hat sein Unternehmen „Throw Trucks With Your Mind“ genannt – weil ihm nichts Besseres eingefallen ist. Und das ist es auch, was seine Kunden tun können: in einem Computerspiel mit Gedanken Fahrzeuge werfen. Dazu müssen sie derzeit eine Art Headset aufsetzen, Mindwave genannt. An der Stirn misst es die elektrische Spannung, die das Gehirn aussendet, am Ohrläppchen den Herzschlag.

Mindwave kann feststellen, wie sehr der Träger konzentriert oder entspannt er ist. Entwickler Lat Ware nutzt diese Informationen in seinem Spiel: Konzentration bedeutet etwa heben oder springen, Entspannung schieben oder unsichtbar werden. Je stärker die jeweilige Gehirnaktivität ist, desto stärker reagiert die Figur. Das Spiel kann auch zu mehreren gespielt werden. Das Gerät wurde von der Firma Neuro Sky entwickelt. Es ist für jeden auf der Internetseite des Unternehmens für rund 80 Dollar erhältlich.

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