Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.06.2017

10:16 Uhr

Next Einstein Initiative

Afrikas Einstein gesucht

Die „Next Einstein Initiative“ des Südafrikaners Neil Turok bietet hochbegabten Afrikanern eine wissenschaftliche Ausbildung auf Weltniveau. Doch nicht Begabung allein bestimmt, wer eines der begehrten Stipendien erhält.

Valimbavaka Ranaivomanana (l.) vor einem Computer im Afrikanischen Institut für Mathematikwissenschaften. Junge Genies aus allen Teilen des Kontinents studieren hier. dpa

Lernen am AIMS

Valimbavaka Ranaivomanana (l.) vor einem Computer im Afrikanischen Institut für Mathematikwissenschaften. Junge Genies aus allen Teilen des Kontinents studieren hier.

MuizenbergFast ein Jahr hat Valimbavaka Ranaivomanana ihre Eltern und Geschwister nun nicht mehr gesehen. Während sie am Afrikanischen Institut für Mathematikwissenschaften (AIMS) in Südafrika studierte, reichte das Geld kaum für Ferngespräche. Es war eine harte Zeit, gibt junge Frau aus Madagaskar zu.

Der Lohn aller Entbehrungen ist eine wissenschaftliche Ausbildung auf Weltniveau. Denn exzellente Lehre für Afrikas geistige Elite ist das Markenzeichen des 2003 von dem Physiker Neil Turok geründeten AIMS. Der Südafrikaner, dessen Eltern während des Kampfes gegen die Apartheid inhaftiert wurden, wollte damit seinen eigenen Beitrag zum Wiederaufbau von Südafrika leisten.

„Wenn afrikanische Studenten in Mathe und Physik erfolgreich sind, werden sie zum größten Gut des Kontinents und zum Schlüssel für Entwicklung“, sagt Turok. So sei die Idee seiner Next Einstein Initiative entstanden, die sich mittlerweile zu einem Netzwerk von exzellenten Ausbildungsstätten für Mathematik und Naturwissenschaften entwickelt hat.

Energiewende am Kap: Südafrikas Flirt mit der Atomkraft

Energiewende am Kap

Südafrikas Flirt mit der Atomkraft

Sonne bis zum Abwinken: Südafrika ist prädestiniert für Solarenergie. An den Küsten weht es zudem kräftig genug für den profitablen Betrieb von Windkraftanlagen. Trotzdem flirtet der Kap-Staat mit der Atomkraft.

An ihrer Heimat-Uni in Madagaskar habe es weder Internet noch Laboratorien gegeben, erzählt Ranaivomanana. Das Lehrmaterial war veraltet. Aufgrund von Hierarchiedenken durfte man Professoren keine Fragen stellen. Am AIMS stammen die Dozenten hingegen von Top-Universitäten wie Oxford, Cambridge und Paris-Süd und sind rund um die Uhr ansprechbar.

Inzwischen hat das AIMS fünf weitere Ableger eröffnet, im Senegal, in Ghana, Kamerun, Ruanda und Tansania. Seit 2003 haben insgesamt 1500 Studenten aus mehr als 40 afrikanischen Ländern das Programm absolviert. Ungefähr ein Drittel davon sind Frauen – ein hoher Anteil angesichts der Widerstände, mit denen viele Studentinnen zu kämpfen haben. Ranaivomanana etwa hat ihre Studien gegen den Willen ihrer Mutter verfolgt, die lieber Enkelkinder haben wollte als eine Tochter mit beruflichen Ambitionen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×