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04.10.2014

14:24 Uhr

Nicht mehr infektiös

Hamburger Ebola-Patient entlassen

Der erste in Deutschland behandelte Ebola-Patient hat das Krankenhaus verlassen. Der Mann aus dem Senegal hatte sich in Sierra Leone im Labor infiziert und gilt als geheilt.

Die Isolierstation des Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg: Nach fünf Wochen wird der Ebola-Patient entlassen. dpa

Die Isolierstation des Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg: Nach fünf Wochen wird der Ebola-Patient entlassen.

HamburgNach fünf Wochen Klinikaufenthalt ist der Hamburger Ebola-Patient entlassen worden, wie das Universitätsklinikum Eppendorf am Samstag mitteilte. Der Mann habe das Klinikum bereits am Freitag verlassen. „Es geht ihm gut, und er ist schon seit vielen Tagen nicht mehr infektiös. Wir freuen uns sehr für ihn, dass er nun in seine Heimat zurückkehren kann“, teilte das Krankenhaus mit. Der Mann aus dem Senegal hatte sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO beim Einsatz in einem Labor in Sierra Leone infiziert und war Ende August nach Hamburg gebracht worden.

Der zweite in Deutschland aufgenommene Ebola-Patient wird seit Freitag in der Frankfurter Universitätsklinik behandelt. Zum aktuellen Gesundheitszustand des Mediziners aus Uganda, der sich ebenfalls in Sierra Leone infiziert hatte, machten die Klinik und der Leiter des Kompetenzzentrums Frankfurt, Professor René Gottschalk, am Samstag keine Angaben. Am Freitag war sein Zustand als „sehr ernst“ beschrieben worden. Die Hoffnung, dass der Patient die Erkrankung übersteht, sei aber berechtigt, hieß es.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Der Hamburger Ebola-Patient war am 27. August mit einem Spezialjet nach Hamburg gebracht worden. Er wurde im Behandlungszentrum für hoch ansteckende Erkrankungen am UKE behandelt. Das Krankenhaus dankte am Samstag allen Pflegekräften, Ärzten und Mitarbeitern für ihre Arbeit, die es ermöglicht habe, den Patienten von seiner „sehr schweren Erkrankung“ zu heilen.

Von

dpa

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