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17.02.2011

17:46 Uhr

Nikotin

E-Zigarette - eine vermeintlich gesunde Alternative

Die elektronische Zigarette wird als „gesunde Alternative“ zum Rauchen gehandelt, da sie keinen Tabak verbrennt. Stattdessen wird flüssiges Nikotin verdampft. Kritiker warnen vor unbekannten Folgen.

Die E-Zigarette wird als gesunde Alternative für Nikotinsüchtige gepriesen - mit bisher nicht absehbaren Folgen. Quelle: dpa

Die E-Zigarette wird als gesunde Alternative für Nikotinsüchtige gepriesen - mit bisher nicht absehbaren Folgen.

HamburgEin tiefer Zug und die Zigarette glimmt. Tabakgeschmack erfüllt die Lunge, Nikotin strömt ins Blut. Obwohl man mitten im Nichtraucherbereich sitzt, beschwert sich niemand. Immer mehr Rauchergreifen zur elektronischen Zigarette. Denn „gedampft“ werden darf theoretisch überall - ob im Restaurant oder Flugzeug.

Selbst in Hollywood ist die E-Kippe schon angekommen. Im Film „The Tourist“ zieht Schauspieler Johnny Depp im Bahnabteil genüsslich am Elektrostängel. Aber ist das wirklich eine Alternative zur Zigarette? Der Hamburger E-Zigaretten-Großhändler WernerWolff schwört auf das täuschendecht aussehende Plastikimitat. „Seit ich die Dinger benutze, rauche ich keinen Tabak mehr“, sagt er. „Das ist nicht nur gesünder, sondern auch für meine Mitmenschen verträglicher.“ Seit 2008 vertreibt er die aus Chinaimportierten Produkte übers Internet. Von der Pfeife bis zum High-Tech-Dampfer ist bei ihm alles zu haben.

Das Prinzip ist einfach: Beijedem Zug verdampft ein Brennelement flüssiges Nikotin. Um die Illusion perfekt wirken zulassen, glüht eine Leuchtdiode an der Spitze auf. Bis zu 300 Züge bietet eine Kapsel, was 25 Kippen entspricht. Der Raucher inhaliert Nikotindampf. Da kein Tabak verbrennt, sollen Anbietern zufolge keine Schadstoffe entstehen. Einige Händler bewerben die E-Zigarette gar als „gesunde Alternative zum Rauchen“, die den „Ausweg aus der Nikotinsucht“ erleichtert. Wissenschaftliche Beweise gibt es nicht.
Sicher ist, dass Nikotinschnell süchtig macht. Die Elektro-Kippen sind wenig erforscht, Auswirkungen möglicher Schadstoffen unbekannt, sagen Kritiker. Auch ist unklar, was dem Konzentratbeigemischt ist. Das wissen nur die Hersteller. Nachfragen bleiben mit Verweis aufs Betriebsgeheimnisunbeantwortet. Auch Händler Wolff schweigt. Es gebe verschiedene Nikotinkonzentrationen und Geschmacksrichtungen wie Apfel oder Schokolade. „Da ist nichts Giftiges drin.“

Zu einem anderen Ergebnis kommt die US-Kontrollbehörde FDA.2009 fand sie giftige Substanzen in Proben - darunter krebserregende Nitrosamine. Gegen eine hohe Qualität der E-Zigaretten spreche auch der variierende Nikotingehalt in den Kapseln. Sogar als nikotinfrei deklarierte Patronen wiesen das Suchtmittelauf.

Bereits 2008 warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor Gefahren. „Nach unserer Ansicht hat sich seitdem nicht viel getan“, sagt BfR-Experte Frank Henkler. „Nikotin ist ein Nervengift und kann Bluthochdruck sowie Genschäden verursachen. Zur Nikotin-Entwöhnung ist die E-Zigarette definitiv nicht geeignet.“ US-Forschern machen sich aber für die E-Kippe stark. Der Nikotindampfbiete eine gesündere Alternative zum Tabak-Qualm, so das Fazit von Zachary Cahn von der University of California und Michael Siegel von der Boston University School of Public Health. Das geringere Gesundheitsrisiko sei höher einzustufen als offene Fragen.

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) enthält der Rauch einer normalen Zigarette4800 Schadstoffe - 90 davon hoch krebserregend. Auch wenn E-Zigaretten tatsächlich weniger schädlich sein sollten, plädiert die DKFZ-Expertin Martina Pötschke-Langer für ein Verbot. Auf ein weiteres Suchtmittel könne man verzichten. Die Gesetzeslage für E-Zigaretten in Europa ist uneinheitlich. Die EU-Kommission erwägt eine Prüfung, an deren Ende ein Verbotstehen könnte. Einige Ländersetzen sich für eine Einstufung als Arzneimittel ein - in Österreich ist das schon der Fall. Auch das BfR empfahl diesen Schritt. Damit wäre der Vertrieb hierzulande verboten. Tatsächlichkönnen sich E-Raucher ohne Probleme in Online-Shops eindecken. Seit dem Rauchverbot boomt die E-Zigarette. „Bei uns ist der Vertrieb seitdem wie ein Rakete abgegangen“, sagt Händler Wolff. Neu ist die E-Zigarette nicht; seit Jahren suchen Tabakkonzerne rauchfreien Ersatz. Die US-Firma Reynolds testete 1996in Deutschland die Marke „Hi.Q“. Das Gerät erhitzte den Tabak nur, um Nikotin und Geschmacksstoffe freizusetzen. Das als„rücksichtsvolle Zigarette“ beworbene Produkt floppte. 2004 brachte die chinesische Firma Ruyan die E-Zigarette erfolgreich auf den Markt. Zwei Jahre später ging sie auch in Europa an den Start. Verkaufszahlen liegen nicht vor. Wolff geht in Deutschland von 50 000E-Rauchern aus - Tendenz steigend.

Die Tabakbranche hält sich bislang zurück. „Das Thema spielt derzeit keine Rolle“, sagt Peter Königsfeld vom Deutschen Zigarettenverband. Es fehlten gesetzliche Vorgaben und einheitliche Standards. „Wir gehen fest davon aus, dass die Verbraucher auch
künftig echte Tabakprodukte bevorzugen werden.“

Von

dpa

Kommentare (9)

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rafaelwv

26.02.2011, 15:56 Uhr

Das als Trägerflüssigkeit verwendete Propylenglykol (und Glycerin) werden seit Jahren in Zahnpasta, Kosmetikprodukten, Mundwasser, Nahrungsmitteln, Asthmasprays, Inhaliermitteln usw. eingesetzt. Aktuelle Studien weisen auf die gute Toleranz von Propylenglykoldämpfen bei der Atemluftdesinfektion hin, bei denen Mengen verdampft wurden die tausendmal höher sind als die Mengen die mit einer sogenannten E-Zigarette aufgenommen werden.

Es bleibt unbestritten das Nikotin ein starkes Gift ist, welches nicht in unbedachte Hände zu geraten hat, genausogut kann man aber auch Nikotinfreie Aromen verdampfen, wobei bei entsprechender Qualität des sogenannten E-Liquids ausschliesslich lebensmittelzugelassene Aromen verwendet werden.

Demzufolge bleiben, und das zeigen aktuelle und unvoreingenommene Studien auch, die Risiken einer E-Zigarette deutlich unter den Riskien einer "herkömmlichen" Zigarette.

Nur zur Erinnerung: Bei der herkömmlichen Zigarette wird technisch behandelter Tabak (der aromatisiert, behandelt, bestrahlt, getränkt usw. wurde) verbrannt und der damit entstehende Rauch (also ein Verbrennungsprodukt) inhaliert.

Dabei entstehen ca. 400.000 (!) verschiedenste Verbindungen, Aromate, Oxidate etc. die in die Lunge und damit in den Körper eingebracht werden. Viele sind toxisch, einige mutagen und andere wiederum sind hoch carcerinogen.

Kann es sein, das die Tabaklobby hier ein Produkt schlechtzureden versucht, welches das "Rauchen" verdrängen könnte? Stehen wir hier nicht vor einer sogenannten "disruptiven" Technologie, die es dem Konsumenten erlaubt seiner "Sucht" (sofern er/sie Nikotin konsumiert) persönlich nachzugehen ohne das Umfeld duch Rauchentwicklung und Verbrennungsnebenprodukte gleich mitzuvergiften?

Fakt ist der Propylenglykoldampf dispersiert anders als Rauch geruchslos. Es wird kein Teer und Kondensat erzeugt welches den Passivraucher in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnte, es gibt keine Geruchsbelastung, keine gelben Tapeten oder Finger.

rafaelwv

26.02.2011, 16:04 Uhr

Fortsetzung von Teil 1:

Resümierend kann man also folgende Behauptungen aufstellen:

Rauchen:
- Rauchentwicklung ist toxisch, hinterlässt Gerüche und Verfärbungen
- Der Raucher und seine Umgebung nehmen Teer, Nikotin, Kondensat und aromatische Verbindungen mit dem Rauch auf
- Es entstehen tausende Verbindungen deren Wirkung teilweise nicht erforscht ist
- Der Tabak ist mit nicht aufgeführten Zusatzstoffen behandelt um süchtig zu machen

Dampfen:
- Es handelt sich um Propylenglykol und evtl. Glycerin. Bekannte und bekanntermaßen harmlose Stoffe in der eingesetzen Form
- Es entstehen keine "Abgase" da kein Verbrennungsprozess involviert ist
- Die Inhaltsstoffe sind kontrollier- und steuerbar, genauso wie der Nikotingehalt (sogar NIKOTINFREI!)
- Es existiert kein "passivdampfen".
- Propylenglycol wird pharmazeutisch in Inhalationslösungen eingesetzt, die Wirkungen sind wohlbekannt.
- Wer sich als Dampfer persönlich mit Nikotin versorgt, verseucht nicht seine Umwelt/Umluft.

cowboy

26.02.2011, 17:02 Uhr

howdy
die medien stecken doch mit der tabacindustrie unter einer decke
die haben doch angst durch die einbußen weil immer mehr umsteigen
zitat:Beijedem Zug verdampft ein Brennelement
wir dampfen ihr helden(brennelement hahaha daß ich nich lache)
zitat:Zur Nikotin-Entwöhnung ist die E-Zigarette definitiv nicht geeignet.
warum gibt es dann immer mehr(von uns)dampfern die kein nicotin mehr brauchen
zitat:„Wir gehen fest davon aus, dass die Verbraucher auch
künftig echte Tabakprodukte bevorzugen werden.“
schön für die tabacindustrie
last doch jeden selbst entscheiden
wenn wirklich weniger schadstoffe als in einer normalo zig
(auch wenm es nur 1 oder 2 wehren)sind warum werden dann nicht die normalo zig nich verboten
also leben und leben lassen
an alle dampfer :GUTEN DAMPF

fg cowboy

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