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08.10.2012

15:57 Uhr

Nobelpreis

Ein ominöser Anruf aus Stockholm

Wenige Minuten, bevor die Nobelpreisträger bekanntgegeben werden, informieren die Juroren die Auserwählten telefonisch. Trotz aller Umsicht geht dabei nicht immer alles glatt.

Die begehrteste Auszeichnung in der Welt der Wissenschaft: die Nobelpreis-Medaille. dpa

Die begehrteste Auszeichnung in der Welt der Wissenschaft: die Nobelpreis-Medaille.

Kopenhagen/StockholmJedes Jahr Anfang Oktober sitzen allerlei Wissenschaftsgrößen vor ihren Telefonen und hoffen inständig auf einen Anruf aus Stockholm. Oder sie liegen.

Meistens nämlich geht die Mitteilung über die Zuerkennung eines Nobelpreises ja über den Atlantik in die USA. Und dort schlafen die Leute normalerweise, wenn die schwedischen Juroren ihre Botschaft kurz vor der offiziellen Verkündung den Preisträgern übermitteln wollen.

Medizin: Nobelpreis für die Stammzellforschung

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Der Medizin-Nobelpreis 2012 geht an den Briten John B. Gurdon und den Japaner Shinya Yamanaka. Geehrt werden sie für Arbeiten, die den umstrittenen Einsatz embryonaler Stammzellen in der Medizin überflüssig machen.

„Wir haben auch schon mal die falsche Nummer gehabt“, erzählt Astrid Gräslund, „Ständige Sekretärin“ der Chemie-Jury. Den richtigen Namen des falschen Preisträgers will sie nicht preisgeben: „Ich nenne ihn mal Smith.“

Und weiter: „Der sagte dann: Wieso Professor Smith und Nobelpreis bekommen? Ich bin nur Mister Smith.“ Da habe man den Irrtum bei der Telefonnummer erkannt und nach einer diskreten Entschuldigung aufgelegt.

Nicht einfach diskret auflegen konnten im letzten Jahr die Juroren vom Karolinska Institut für den Medizin-Nobelpreis nach ihrem vergeblichen Anruf beim frisch gekürten Preisträger Ralph Steinman in New York. Der Immunologe war drei Tage vor der Bekanntgabe gestorben.

Niemand in Stockholm wusste davon. Erst nach langem Hin und Her war klar, dass Steinman den Preis trotz anderslautender Regeln posthum bekommen konnte.

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