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05.10.2016

15:15 Uhr

Nobelpreise 2016

Mit Nanomaschinen zum Chemie-Nobelpreis

Drei Forscher teilen sich den Nobelpreis für Chemie 2016. Der Franzose Jean-Pierre Sauvage, der Brite Fraser Stoddart und der Niederländer Bernard Feringa haben die kleinsten Maschinen der Welt erforscht.

Nobelpreis für Chemie

Wissenschaftler aus den USA, Frankreich und Niederlanden geehrt

Nobelpreis für Chemie: Wissenschaftler aus den USA, Frankreich und Niederlanden geehrt

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Stockholm/BerlinDer Chemienobelpreis geht in diesem Jahr an den Franzosen Jean-Pierre Sauvage, den Briten Fraser Stoddart und den Niederländer Bernard Feringa. Sie erhalten die Auszeichnung für die Erforschung sogenannter molekularer Maschinen. In der Begründung der schwedischen Wissenschaftsakademie heißt es, die drei Wissenschaftler hätten die „kleinsten Maschinen der Welt“ entwickelt.

Sauvage, Stoddart und Feringa seien „in eine neue Dimension der Chemie vorgedrungen“, heißt es in der Begründung weiter. „Sie haben Moleküle entwickelt, deren Bewegungen man kontrollieren kann und die eine Aufgabe erfüllen, wenn sie die dafür nötige Energie bekommen.“

Auch wenn die Erforschung der Nanomaschinen noch am Anfang stehe, könne man schon jetzt von einer Revolution reden, so der Sprecher des Nobelkomitees. „Molekulare Maschinen können künftig für die Entwicklung von Dingen wie neuen Materialien, Sensoren oder Energiespeichersystemen verwendet werden.“

Der Franzose Sauvage wurde 1944 geboren. Er lehrt an der Universität Straßburg. 1983 gelang es ihm erstmals, zwei ringförmige Moleküle so zu verbinden, dass sie zueinander beweglich blieben – eine wichtige Voraussetzung für den Bau molekularer Maschinen.

Stoddart ist Jahrgang 1942 und arbeitet an der Nordwestern University in Evanston, USA. Anfang der 1990er Jahre schuf er sogenannte Rotaxane – Stoffe, bei denen ein ringförmiges Molekül entlang einer molekularen Achse bewegt werden kann. Auf dieser Basis entwickelte er unter anderem einen molekularen Lift sowie einen künstlichen Muskel.

Das kleinste Auto der Welt ist nur rund einen milliardstel Meter lang und wird elektrisch angetrieben. Entwickelt wurde es von dem Niederländer Bernard Feringa, einem der drei Chemie-Nobelpreisträger 2016. dpa

Nano-Auto

Das kleinste Auto der Welt ist nur rund einen milliardstel Meter lang und wird elektrisch angetrieben. Entwickelt wurde es von dem Niederländer Bernard Feringa, einem der drei Chemie-Nobelpreisträger 2016.

Der Niederländer Feringa ist der jüngste im Bunde, Jahrgang 1951. Er forscht an der Universität von Groningen. Ende der 1990er Jahre schuf er den ersten voll funktionsfähigen Nanomotor – ein molekulares Rotorblatt, das einen 10.000 Mal größeren Glaszylinder rotieren ließ. 2011 entwickelte seine Forschungsgruppe dann ein „Nanoauto“, ein winziges Fahrzeug mit vier molekularen Motoren als Räder.

Olof Ramström, Mitglied des Nobelkomitees, ordnete die Arbeit der drei Forscher so ein: „Die Entwicklungsstufe hier ist ähnlich der zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als viele Forscher zeigten, dass elektrische Maschinen möglich sein könnten. Die drei Nobelpreisträger haben das ganze Feld von molekularen Maschinen eröffnet-“

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