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28.06.2013

13:54 Uhr

Nobelpreisträger von Klitzing

Der „Bum-Bum-Becker“ der Physik wird 70

Klaus von Klitzing ist 42 Jahre, als er 1985 den Nobelpreis erhält. Er bekommt einen Schreck, weil es von nun an bergab gehen könnte. Am Freitag feiert er seinen 70. Geburtstag. Wie hat der Preis sein Leben verändert?

Der deutsche Physiker Klaus von Klitzing erhielt 1985 den Nobelpreis für die „Entdeckung des quantisierten Hall-Effekts“. dpa

Der deutsche Physiker Klaus von Klitzing erhielt 1985 den Nobelpreis für die „Entdeckung des quantisierten Hall-Effekts“.

StuttgartDer Mann ist Physiker, natürlich kennt er auf die Minute genau den Moment seines größten Erfolgs. „Um 1036 Uhr am 16. Oktober 1985, als ich den entscheidenden Anruf erhielt, da habe ich schon einen Schrecken bekommen“, sagt Klaus von Klitzing. Kein Wunder. Der Anruf kam aus Stockholm. Die Nachricht: Von Klitzing hat den Physiknobelpreis alleine zuerkannt bekommen. Seine Freude sei selbstverständlich riesengroß gewesen, erzählt von Klitzing, der an diesem Freitag (28. Juni) 70 Jahre alt wird.

Um ein Haar wäre es aber nie zu diesem Preis gekommen. Das Fachblatt „Physical Review Letters“ wollte von Klitzings Manuskript zunächst nicht veröffentlichen. „Man glaubte nicht, dass ein Wissenschaftler von einer in Amerika wenig bekannten Universität einen solchen Durchbruch bringt“, berichtet von Klitzing, der damals an der Universität Würzburg war. Doch bei einem persönlichen Treffen auf einem Kongress ließ sich ein Gutachter des Physik-Magazins schließlich doch überzeugen. Seine Entdeckung machte von Klitzing 1980 als Gastforscher am Hochfeldmagnetlabor im französischen Grenoble – einer Außenstelle des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart.

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Der „Durchbruch“, von dem er spricht, war die Entdeckung eines elektrischen Widerstandes, der nur von einer einzigen Naturkonstante abhängt. Mit der nach dem Forscher benannten Von-Klitzing-Konstante können elektrische Widerstände mit höchster Präzision hergestellt werden, ähnlich wie heutzutage die Lichtgeschwindigkeit als Naturkonstante für die exakte Bestimmung eines Meters verwendet wird. „Das ist ein Widerstand, den Eichämter weltweit benutzen. Er hat einen magischen Wert von 25.812,807 Ohm“, sagt Klitzing heute stolz. Vor einiger Zeit habe er mal recherchiert und entdeckt, dass sich bis dahin über 10.000 Veröffentlichungen auf seine Entdeckung bezogen.

Doch als der Nobelpreis-Anruf aus Schweden kam, empfand von Klitzing nicht nur Begeisterung. „Da wurde mir klar, dass ich nun im öffentlichen Rampenlicht stehe und damit leben muss“, sagt der Forscher. Damals sei er schließlich erst 42 gewesen. „Ich kenne auch Nobelpreisträger, die haben das nicht gut vertragen, gerade, wenn sie noch sehr jung waren.“ Er habe sich zwar vorgenommen, sich nicht verändern zu lassen. „Aber so ganz gelingt das ja nie.“

Kommentare (1)

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Bernd

28.06.2013, 22:10 Uhr

Herzlichen Glückwunsch!
Wir bräuchten von diesem Schlag viele mehr. Sie könnten dem Land einen weit größeren Dienst erweisen als die vielen Klugredner und Entertainer aus dem Fernsehen oder die vielen Spekulanten, Finanzjongleure, Geldspezialisten usw., die dieses Blatt lesen. Unsere Wissenschaftler und Fachspezialisten stehen nicht im Rampenlicht und erfahren nicht die Anerkennung wie die Vorgenannten.

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