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23.10.2014

16:05 Uhr

Notfallbehandlung

Bei Ebola käme Deutschland rasch an seine Grenzen

Bis zu 50 Betten für Ebola-Patienten soll es in Deutschland geben. Doch diese Zahl steht nur auf dem Papier, tatsächlich sind die Kapazitäten geringer. Der Pflegeaufwand ist hoch und es mangelt an geschultem Personal.

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Ebola-Verdacht in Oberhausen

Spezial-Einheit untersucht Mann: Ebola-Verdacht in Oberhausen

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Frankfurt/MainHohe Kosten, knappes Fachpersonal: In Deutschland können weniger Ebola-Patienten aufgenommen werden als gedacht. Zwar gibt es nach Angaben des Robert Koch-Instituts sieben Behandlungszentren mit zusammen 47 Isolierbetten. Die Zahl der Ebola-Infizierten, die dort gleichzeitig behandelt werden könnten, ist allerdings deutlich geringer, wie die Kliniken jetzt bestätigten.

Auch Tropenmediziner August Stich (Würzburg) hatte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa darauf hingewiesen, dass derzeit nur etwa zehn Betten für Ebola-Patienten in Deutschland gleichzeitig einsetzbar seien. Er ist Sprecher des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren.

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Mit Hochdruck wird in den Laboren der Pharmakonzerne weltweit nach Heilmitteln gegen das tödliche Ebola-Virus gesucht. An aussichtsreichen Wirkstoffen fehlt es nicht – doch den Medizinern läuft die Zeit davon.

Drei der sieben Kompetenz- und Behandlungszentren hatten bereits mit dem hochgefährlichen Virus zu tun: Hamburg, Leipzig und Frankfurt. Mediziner, die dort arbeiten, berichteten nun auf einer Fachtagung davon, dass pro Zentrum maximal zwei Fälle behandelbar wären.

„Keinesfalls mehr“, wie Bernhard Ruf betonte, Chef der Infektiologie am Klinikum St. Georg in Leipzig. Dort wurde ein UN-Mitarbeiter aus dem Sudan behandelt, der nicht gerettet werden konnte.

Ähnlich sieht das Stefan Schmiedel von der Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg. Dort wurde ein Mann aus dem Senegal geheilt, der sich in einem Labor in Sierra Leone angesteckt hatte.

„Wir waren erschlagen davon, was an Kosten und Personal nötig war, um die Betreuung eines einzelnen Patienten sicherzustellen“, berichtete Schmiedel. Auch er geht davon aus, dass in der Hansestadt „zwei, maximal drei derart schwer kranke Patienten“ behandelt werden können.

Kommentare (2)

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Checker- Joe

23.10.2014, 16:54 Uhr

Am Rande:

Das Thema "Schweingegrippe" war damals vor ein paar Jahren auch jeden Tag in der Haupt- wie Nebenberichterstattung der Mainstream-Medien - genau solange, bis ein Auftrag über 500 Millionen Impfdosen unter Dach und Fach war...

Frau Annette Bollmohr

23.10.2014, 17:20 Uhr

Wär' leider zu schön, wenn man den Leuten auch diesmal wieder Gelegenheit hätte geben können, sich über das viele für sich im Nachhinein als überflüssig herausstellende Impfstoffe ausgegebene Geld aufzuregen... Ganz besonders für die Menschen in den betroffenen Ländern in Westafrika!
„Doch diese Zahl steht nur auf dem Papier, tatsächlich..."

Im Ernstfall ist es völlig schnurz, was auf dem Papier steht, dann kommt es nur noch einzig und allein auf die Vernunft (= schnelle, umfassende und korrekte Information und - daraus folgend – das Setzen der richtigen Prioritäten) an!!!

Ob bei uns, in Afrika, den USA oder wo sonst auch immer, das gilt grundsätzlich immer und für jeden!

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