Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.09.2016

09:38 Uhr

Notstand Arktis

Eisbären belagern russische Polarforscher

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Eine entlegene russische Forschungsstation kämpft mit Problembären: Die Tiere verhindern, dass die Mitarbeiter ihre Unterkunft verlassen können. Auf Hilfe dürfen die Forscher erst in Wochen hoffen.

Auf der Suche nach Nahrung kommen die Tiere dem Menschen mitunter gefährlich nahe. dpa

Eisbär in der Arktis

Auf der Suche nach Nahrung kommen die Tiere dem Menschen mitunter gefährlich nahe.

HeidelbergAuf der russischen Arktisinsel Troynoy 150 Kilometer vor der sibirischen Küste kämpft ein Meteorologen-Team momentan mit einer besonderen Herausforderung: Wie die Washington Post unter Berufung auf die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet, wird seine Forschungsstation von einer Eisbären-Gruppe belagert.

Zehn erwachsene Eisbären sowie einige Jungtiere hielten sich permanent im Umfeld der Gebäude auf und verhinderten, dass die Wissenschaftler ihre Unterkünfte verlassen können. Ein Weibchen soll nachts sogar direkt unter den Fenstern der Station ruhen; zudem fiel einer der Schlittenhunde der Station den Raubtieren zum Opfer.

Bären-Hybride in Nordamerika   : Wenn der Grizzly mit dem Eisbär

Bären-Hybride in Nordamerika  

Wenn der Grizzly mit dem Eisbär

Ihr Fellfarbton liegt irgendwo zwischen weiß und braun: „Pizzlys“ sind die Sprösslinge von Polarbären und Grizzlys. Der Klimawandel sorgt dafür, dass sich beide Arten immer häufiger begegnen. Das macht Forschern Sorge.

Erschwerend komme hinzu, dass die Forscher alle Leuchtgeschosse aufgebraucht haben, mit denen sie die Bären zumindest auf Abstand halten konnten. Eisbären sind nach russischen Gesetzen streng geschützt und dürfen nicht geschossen werden. Die Besatzung der Station könne daher kaum mehr ihren Aufgaben nachkommen und Wetterdaten sammeln, so ihr Vorgesetzter Vassiliy Shevchenko in einer Stellungnahme.

Mittlerweile befindet sich das Forschungsschiff „Mikhail Somov“ auf dem Weg zu der kleinen Inselgruppe, zu der Troynoy gehört. Es soll neben Leuchtspurmunition auch neue Schlittenhunde zur Station schaffen. Bis das Schiff die Region erreicht, werde es aber noch rund einen Monat dauern, so Shevchenko.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×