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03.01.2011

13:23 Uhr

Observatorium „Sofia“

Teleskop im Jumbo-Jet

VonRainer Kayser
Quelle:Tagesspiegel

Was passiert über den Wolken? Das fliegende Observatorium „Sofia“ soll die Geburt von Sternen beobachten – durch ein Loch in einem Jumbo Jet.

20 Jahre lang soll "Sofia" Informationen aus dem All sammeln. Nasa

20 Jahre lang soll "Sofia" Informationen aus dem All sammeln.

BERLIN. Behutsam ändert der Pilot den Kurs der Boeing 747. Dadurch ändert sich auch, wie von den Wissenschaftlern an Bord des Jumbo-Jets gewünscht, die Blickrichtung des Teleskops, das durch eine Luke im Rumpf in den nächtlichen Himmel blickt. Die Astronomen können nun eine weitere Gas- und Staubwolke im Sternbild Orion beobachten, eine Region, in der Sterne und Planeten entstehen.

Anfang Dezember hat das deutsch-amerikanische „Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie“ (Sofia), seinen ersten Forschungsflug absolviert. Dabei konnte die fliegende Sternwarte gleich eine ihrer Stärken ausspielen.

Im Gegensatz zu einem Weltraumteleskop können die Wissenschaftler bei Sofia projektabhängig Zusatzgeräte installieren. Diesmal setzten Terry Herter und sein Team von der Cornell Universität im US-Bundesstaat New York die hoch empfindliche Infrarotkamera „Forcast“ ein, um die Entstehung neuer Sterne im Orion zu untersuchen.

Infrarotstrahlung – oder Wärmestrahlung – ist für die Erforschung dichter Gas- und Staubwolken besonders gut geeignet. Zum einen, weil diese Regionen aufgrund ihrer Temperatur Wärmestrahlung aussenden, zum anderen, weil diese Strahlung die Wolken nahezu ungehindert durchdringen kann und so den Blick auf die Kinderstube der Sterne freigibt.

Unglücklicherweise absorbiert der Wasserdampf in der Erdatmosphäre einen großen Teil der Infrarotstrahlung. Und es gibt noch ein Problem: Infrarotteleskope müssen gekühlt werden, da sie sonst selbst Wärmestrahlung aussenden und ihre eigene Beobachtung stören.

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