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01.08.2011

10:41 Uhr

Optisches WLAN

Internet aus der Deckenlampe

Lampen sollen künftig nicht nur die Beleuchtung, sondern auch den Datentransfer übernehmen. Mit nur wenigen Zusatzbauteilen können normale LEDs zum optischen WLAN werden.

Bei der Visible Light Communication (VLC) dienen die Lichtquellen neben der Raumbeleuchtung auch zur Informationsübertragung. Quelle: Fraunhofer HHI

Bei der Visible Light Communication (VLC) dienen die Lichtquellen neben der Raumbeleuchtung auch zur Informationsübertragung.

BerlinVier Personen haben es sich in einem Raum gemütlich gemacht. Jeder von ihnen genießt auf einem eigenen Laptop einen anderen Film aus dem Internet in HD-Qualität. Als Medium für die Datenübertragung dient Licht - genauer: Weißlicht aus den LEDs der Deckenbeleuchtung.

Eine Szene wie diese war lange reine Zukunftsvision. Doch seit Wissenschaftler des Heinrich-Hertz-Instituts (HHI) in Berlin eine neue Übertragungstechnologie für Videodateien entwickelt haben, rückt ihre Realisierung in greifbare Nähe. Mit Decken-LEDs, die mehr als zehn Quadratmeter eines Raums ausleuchten, lassen sich mit dieser Technik Daten mit 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) verlustfrei übertragen. Der Empfänger lässt sich innerhalb dieser zehn Quadratmeter beliebig platzieren.

„Bei dieser Visible Light Communication (VLC) werden die Lichtquellen – in diesem Fall Weißlicht-LEDs – gleichzeitig als Raumbeleuchtung und für die Informationsübertragung genutzt“, erläutert HHI-Projektleiter Klaus-Dieter Langer. Mithilfe eines Spezialbauteils, des Modulators, lassen sich die LEDs blitzschnell ein- und ausschalten, wobei Informationen als Einsen und Nullen übertragen werden. Das menschliche Auge nimmt die Lichtmodulation nicht wahr.

Als Empfänger am Laptop reicht eine schlichte Photodiode. Sie fängt das Licht auf, eine Elektronik dekodiert die Information und übersetzt sie in elektrische Impulse, also die Sprache des Computers. Ein Vorteil: Die LEDs lassen sich mit nur wenigen Bauteilen so präparieren, dass sie als Überträger dienen. Ein Nachteil: Sobald etwas zwischen Lampe und Photodiode gerät, wenn also jemand eine Hand dazwischen hält, wird die Übertragung beeinträchtigt.

VLC solle kein Ersatz für herkömmliches WLAN, PowerLAN oder UMTS werden, betonen die Wissenschaftler. Dort wo Funknetze unerwünscht oder nicht möglich sind, eignet es sich vielmehr als zusätzliche Datenübertragungsoption – ohne dass im Haus neue Kabel oder Geräte nötig werden. Dabei sind auch Kombinationen möglich, etwa für eine Richtung optisches WLAN und für den Rückkanal PowerLAN. So lassen sich Filme auf den PC übertragen und auch wieder von dort zurückspielen und auf einen anderen Rechner senden.

Die neue Übertragungstechnologie eignet sich etwa für Krankenhäuser. Denn hier sind Funknetze nicht erwünscht. Dennoch müssten hohe Datenraten verlustfrei und unkomprimiert übertragen werden. Wenn ein Teil der Kommunikation über die OP-Lampe läuft, ließen sich drahtlos OP-Roboter steuern oder Röntgenbilder übermitteln. In Flugzeugen könnte jeder Passagier sein eigenes Unterhaltungsprogramm auf einem Display sehen, die Flugzeughersteller könnten gleichzeitig Kilometer an Kabeln sparen. Ein weiterer möglicher Einsatzort sind Fabrikhallen. Auch hier stören Funknetze oft die Abläufe.

Von

tt

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

01.08.2011, 11:02 Uhr

Ein entscheidender Nachteil ist, dass diese Technik nur in einer Richtung (Lampe -> PC) funktioniert. Da für jeden Aufruf einer Browerseite auch Daten in der Gegenrichtung gesendet werden, kommt man um eine zweite Technik für den Rückkanal nicht umhin.

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