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04.05.2011

20:58 Uhr

Organspende

"Skandalöse Wartezeiten"

Warten auf ein Spenderorgan - für Betroffene eine schreckliche Situation. Jeden Tag sterben in Deutschland drei Menschen, weil es zu wenig verfügbare Organe gibt. Mediziner sprechen von „skandalösen Wartezeiten“ und wollen auch für Deutschland die Widerspruchslösung.

Viele Operationen können nicht stattfinden, weil es zu wenig Organspender gibt. Quelle: Reuters

Viele Operationen können nicht stattfinden, weil es zu wenig Organspender gibt.

München In Deutschland warten 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan - viele von ihnen vergebens. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sterben jeden Tag drei Menschen, weil es nicht genügend Organspender gibt. „Die Wartezeiten auf eine Herztransplantation sind skandalös“, sagte Friedhelm Beyersdorf, ärztlicher Direktor der Abteilung Herz- und Gefäßchirurgie der Universität Freiburg, am Mittwoch beim Chirurgenkongress in München.

Heute würden nur noch Transplantationen durchgeführt, die ganz dringend sind. „Sogar eigentlich ungeeignete Organe werden aus Verzweiflung transplantiert“, sagte Beyersdorf. „Die Anzahl der Wartenden steigt, die Transplantationen in Deutschland sinken, und selbst diejenigen, die auf der hochdringlichen Warteliste stehen, warten zwischen 80 und 100 Tagen, da ist es dann oft einfach zu spät.“ Man komme nur noch auf die Warteliste, wenn man in den nächsten drei bis zehn Tagen sterben könnte.

„Das sind extrem schreckliche Zustände für Patienten, die auf ein Organ warten.“ Es gibt zwar immer noch die Möglichkeit, ein Kunstherz einzusetzen, aber eine echte Alternative sei das nicht. Denn die Überlebensdauer ist mit maximal 7,5 Jahren zu gering. Auch die Forschung mit Schweineherzen sei noch zu unausgereift, als dass Patienten schon darauf hoffen könnten.

Auf dem Chirurgenkongress in München stellten Mediziner verschiedene Lösungsansätze für eine Neuregelung vor. Besonders die Widerspruchserklärung ist in der Diskussion. Das bedeutet, dass alle Deutschen nach dem Hirntod zu Organspendern werden - es sei denn, sie haben zuvor widersprochen. Vorbilder sind Länder wie Österreich und Spanien, wo es immer genügend Spenderorgane gibt.

Kommentare (2)

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Nachdenker

04.05.2011, 22:18 Uhr

Geldmaschine...
Sobald genügend Organe zur Verfügug stehen können die Ärzte auch wirklich den letzten Cent aus den krankenkassen rauspressen und einer 91 Jährigen Oma nach der neuen Hüfte noch ein Spenderherz und eine Leber spendieren. Man braucht ja auch mal Geld für neue Sommerreifen, die X-Reifen für den 911er gehen echt ins Geld!

mlkt

05.05.2011, 00:02 Uhr

Ich kann es manchmal nicht glauben was die Leute hier für Kommentare abgeben...
Fragt doch mal jemanden der dringend eine Niere braucht ob ihn es interessiert wie viel Geld die Ärzte verdienen.
Also wenn es nach der Belastung der Krankenkassen geht, wie ihr hier agumentiert, dann lasst uns doch auch die Euthanasie wieder einführen, wen kümmerts, kostet geld...
einen lieben schönen grüß und seht die welt weiter schwarz und weiß

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