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09.09.2016

07:21 Uhr

Osiris Rex gestartet

Nasa-Sonde auf dem Weg zum Risiko-Asteroiden

Eines Tages könnte Bennu der Erde gefährlich nahe kommen. Das Risiko ist zwar gering, trotzdem will die Nasa den Asteroiden ganz genau erforschen. Deswegen hat sich die Raumsonde „Osiris Rex“ jetzt auf den Weg gemacht.

Bei strahlend blauem Himmel hob die Rakete mit der Raumsonde Osiris Rex an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. dpa

Start ins All

Bei strahlend blauem Himmel hob die Rakete mit der Raumsonde Osiris Rex an Bord vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab.

WashingtonKlatschen und Jubel im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Ohne jede Komplikation und unter strahlend blauem Himmel ist die Raumsonde „Osiris Rex“ zur ihrer langen Mission ins All gestartet. Sie soll den Asteroiden Bennu erforschen und eine Probe seines Gesteins zur Erde bringen.

„Alles ist glatt gelaufen“, sagte Nasa-Manager Tim Dunn nach dem Abheben der riesigen „Atlas“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral am Donnerstagabend (Ortszeit). „Perfektes Wetter, perfekter Start – ein Traum für einen Raketenstart-Manager.“

Missionen zu Asteroiden

1996: Near Shoemaker

Zum ersten Mal in der Geschichte der Raumfahrt gelang es der US-Weltraumagentur Nasa im Jahr 2001, auf einem Asteroiden zu landen. Ein kontrollierter Absturz, denn die Sonde von der Größe eines Autos besaß noch keine Landeinstrumente. Dass sie den Aufprall überstehen würde, hatten Experten bezweifelt. Nach ihrer Landung sendete sie dann sogar noch einige Zeit Daten zur Erde.

1998: Deep Space 1

Die Sonde startete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral zum Asteroiden mit dem späteren Namen Braille. In einem Abstand von nur 16 Kilometern zeichnete die Sonde im Jahr 1999 Daten über den Himmelskörper auf und schickte sie zur Erde.

2003: Hayabusa

Die ersten Bodenproben, die auf einem Asteroiden je eingesammelt wurden, brachte die japanische Sonde 2010 zur Erde. Sieben Jahre hatte sie für den Flug zu „25143 Itokawa“ gebraucht.

2007: Dawn

Die Nasa-Raumsonde besuchte zunächst den Asteroiden Vesta. Das Kamerasystem ermöglichte den Experten einen Blick auf dessen Krater und Berge. 2011 ging es weiter auf die Reise zum Zwergplaneten Ceres, den „Dawn“ 2015 als erster Flugkörper erreichte.

Rund eine Stunde nach dem Start löste sich „Osiris Rex“ dann hoch im Weltall über der Westküste Australiens erfolgreich von der Rakete. „Die Sonde funktioniert selbstständig und wir kommunizieren mit ihr“, so Nasa-Manager Geoffrey Yoder. „Alles funktioniert, das ist ein großartiger Tag für die Raumfahrt.“ Nasa-Chef Charles Bolden spricht von einem „Meilenstein“.

Mehr als 650 Millionen Kilometer muss „Osiris Rex“ (der Name steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) nun zurücklegen, um den Asteroiden Bennu zu erreichen. 2018 soll es soweit sein.

2020 wird die etwa sechs Meter lange und 2100 Kilogramm schwere Sonde sich Bennu dann soweit nähern, dass sie eine Probe von mindestens 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Premiere für die Nasa, aber keine Weltpremiere: Bereits 2005 war die japanische Raumsonde „Hayabusa“ auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

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