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04.07.2012

08:24 Uhr

Panne am CERN

Wirbel um Gottesteilchen-Video

Es wäre eine der größten wissenschaftlichen Entdeckungen der Neuzeit: der Nachweis des Gottesteilchens Higgs-Boson. Ein vom Kernforschungszentrum CERN versehentlich veröffentlichtes Video scheint den Fund zu bestätigen.

Die Grafik zeigt die Spuren einer Kollision zweier hochenergetischer Teilchen. Im Teilchenbeschleuniger LHC produzieren Physiker solche Kollisionen, um Hinweise auf die Existenz des "Gottesteilchens" Higgs Boson zu erhalten. AFP

Die Grafik zeigt die Spuren einer Kollision zweier hochenergetischer Teilchen. Im Teilchenbeschleuniger LHC produzieren Physiker solche Kollisionen, um Hinweise auf die Existenz des "Gottesteilchens" Higgs Boson zu erhalten.

GenfDem europäischen Kernforschungszentrum CERN ist vor der weltweit mit Spannung erwarteten Stellungnahme zum Elementarteilchen Higgs-Boson ein Patzer unterlaufen. Versehentlich stellte das Forschungszentrum am Dienstag kurzzeitig ein Video ins Internet, in dem die Beobachtung eines neuen Teilchens - mutmaßlich des sogenannten „Gottesteilchens“ - bestätigt wird. "Wir haben ein neues Teilchen beobachtet", sagt CERN-Sprecher Joe Incandela in dem Video, das die US-Zeitschrift "Science News" zuerst entdeckte.

Obwohl es sich inzwischen in einen passwortgeschützten Teil der CERN-Website befindet, verbreitete sich das Video schnell im Internet. Eine CERN-Sprecherin sagte "Science News", der Clip sei einer von mehreren Videos, die bezüglich der Stellungnahme zum Higgs-Boson mit verschiedenen Szenarien aufgenommen worden seien. Er hätte eigentlich nicht ins Internet gestellt werden sollen. Selbst die Pressestelle des Forschungszentrums wisse noch nicht, was die Wissenschaftler am Mittwochvormittag (09.00 Uhr MESZ) zum Higgs-Boson bekanntgeben wollen.

Mit dem sogenannten Higgs-Mechanismus wird seit 1964 im Standardmodell der Elementarteilchen-Physik erklärt, wie die Teilchen - also die Grundbausteine der Materie - ihre Masse erhalten. Die Suche nach dem Higgs-Boson gehört zu den zentralen Aufgaben des LHC-Teilchenbeschleunigers an der französisch-schweizerischen Grenze. Dort haben Wissenschaftler in den vergangenen Monaten eine Reihe von Experimenten vorgenommen, die den Durchbruch bei der Suche nach dem "Gottesteilchen" gebracht haben könnten.

Experten lenkten jedoch das Augenmerk auf die Wortwahl der Forscher. Wenn von einer "Beobachtung" des Teilchens die Rede sei, heiße das nicht, dass dessen Existenz auch tatsächlich bestätigt worden sei, schrieb der US-Mathematik-Dozent Peter Woit in seinem Blog. In dem versehentlich veröffentlichten Video hatte CERN-Sprecher Incandela zunächst von "einer der größten Entdeckungen" gesprochen, bevor er sich aber verbesserte und von "Beobachtungen" sprach.

Von

afp

Kommentare (2)

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Ben

04.07.2012, 09:32 Uhr

Wissenschaftler - Kindergarten !
"Grundbaustein" ist das BEWU?TSEIN !
Erforsche dich selber und du entdeckst das Universum....

matze

04.07.2012, 10:00 Uhr

nein, ben, einfach schön. solange und harte arbeit und jetzt is die theorie vielleicht ein wenig abgeschlossener. und die jungs die da arbeiten sind kompetente kreative verantwortliche menschen - keine investmentbank...

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