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22.12.2013

15:19 Uhr

Panne mit Weltraumanzug

ISS-Astronauten reparieren in Rekordzeit

Mit Bravour hat ein Astronauten-Duo eine Reparatur an der Raumstation ISS gemeistert. Ein weiterer Außeneinsatz muss jedoch wegen Problemen an einem Raumanzug verschoben werden – ausgerechnet auf Heiligabend.

ISS-Astronauten

Schrauben in 370 Kilometer Höhe

ISS-Astronauten: Schrauben in 370 Kilometer Höhe

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WashingtonZwei Astronauten haben bei Reparaturen an der Internationalen Raumstation ISS erste Arbeiten für den Austausch einer kühlschrankgroßen Kühlpumpe erledigt. Dazu stiegen die Amerikaner Mike Hopkins und Rick Mastracchio am Samstag für fünf Stunden und 28 Minuten ins All aus. Die Arbeiten liefen so reibungslos und rasch, dass das Duo mehr als sein Pensum erfüllte. Eigentlich waren sechseinhalb Stunden Zeit eingeplant. Damit ist möglicherweise nur noch ein weiterer Außeneinsatz nötig, um die Arbeiten abzuschließen - an Weihnachten.

Die beiden Astronauten lösten bei dem Einsatz den Angaben zufolge eine defekte Ammoniakpumpe und hatten danach noch genug Zeit, um diese mit Hilfe des Kranarmes der Station in einer Halterung an der ISS zu verstauen. Das war eigentlich erst für den zweiten Weltraumspaziergang vorgesehen. „Hervorragende Arbeit und sehr schnell“, sagte ein Mitarbeiter im Nasa-Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas.
Der japanische Astronaut Koichi Wakata steuerte von der ISS aus den 15 Meter langen Roboterarm, der Mastracchio und die 350 Kilogramm schwere, kühlschrankgroße Ammoniakpumpe bewegte. Als Mastracchio das Gerät fasste, konnte er nicht sehen, wohin es geführt wurde. Mit Hilfe Wakatas konnte er die defekte Pumpe aber verstauen. Für den 53-jährigen Mastracchio war es bereits der siebte Weltraumspaziergang, für den 44-jährigen Hopkins der erste.

Die Pumpe sorgt zusammen mit einer weiteren über einen Ammoniakkreislauf an der ISS-Außenseite dafür, dass die Ausrüstung der Raumstation kühl bleibt. Am 11. Dezember (US-Zeit) war sie plötzlich ausgefallen, vermutlich wegen eines schadhaften Ventils. Danach hatte der Energieverbrauch im russischen Teil der Station deutlich heruntergefahren werden müssen, um das US-Modul mitzuversorgen. Im japanischen und im europäischen Teil der ISS wurde die Hälfte der Systeme ausgeschaltet.

Der zweite Ausstieg ins All war zunächst für diesen Montag angesetzt gewesen. Doch bei der Rückkehr in die Station gab es Probleme mit Mastracchios Weltraumanzug. Möglicherweise sei in der Druckschleuse Wasser in einen Teil des Anzugs eingetreten, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa in der Nacht zum Sonntag mit. Daher habe das Kontrollzentrum in Houston beschlossen, auf einen Reserve-Anzug zurückzugreifen. Dieser müsse aber noch angepasst werden.

Es handele sich indes nicht um dasselbe Problem, das im Juli bei dem Italiener Luca Parmitano während eines Außeneinsatzes aufgetreten war, stellte die Nasa klar. Damals hatte sich auf einmal Wasser im Helm des Anzugs gesammelt. Es handelte sich um einen Notfall, wegen dem Parmitano den Einsatz umgehend abbrechen musste. Hopkins trug am Samstag denselben Anzug. Beide Astronauten seien bei ihrem Einsatz aber zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, teilte die Nasa mit.
Der zweite Außeneinsatz sei daher nun für Dienstag, den 24. Dezember, geplant. Möglicherweise sind dann geplante Reparaturarbeiten am 25. Dezember nicht mehr nötig. Ursprünglich war die Nasa von insgesamt drei Ausstiegen ausgegangen.

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