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07.12.2015

14:41 Uhr

Perfekte Tarnung

So tricksen Tintenfische Haie aus

Quelle:Spektrum.de

Haie sind die gefährlichsten Jäger der Ozeane – selbst gut getarnte Beutetiere entgehen ihren Supersinnen nur selten. Nur Tintenfische scheinen eine effektive Abwehrstrategie gegen die Raubfische entwickelt zu haben.

Hai sind exzellente Jäger. Doch den Tarnkünsten der Tintenfische sind sie nicht gewachsen. dpa

Weißer Hai

Hai sind exzellente Jäger. Doch den Tarnkünsten der Tintenfische sind sie nicht gewachsen.

HeidelbergTintenfische (Sepien) haben dank eines perfekten Tarnkleids nur wenige Fressfeinde zu fürchten. Bei drohender Gefahr verschwimmen sie durch Farbwechsel problemlos mit dem Hintergrund oder graben sich blitzschnell in den weichen Meeresboden ein.

Was gegen viele Raubfische schützt, hilft gegen Haie allerdings wenig. Denn die Raubfische verfügen über einen fein ausgeprägten Sinn für elektrische Felder, der sie zielsicher zur Beute führt – auf kurze Entfernung jedenfalls. Schon geringste Muskelaktivität, wie sie etwa für die Atmung notwendig ist, kann das Opfer verraten.

Darauf haben sich Sepien jedoch im Lauf der Evolution eingestellt. Nähert sich ein Räuber, verringern die Tintenfische ihre elektrische Signatur auf ein Minimum und halten dafür sogar den Atem an. Entsprechende Beobachtungen hat nun eine Forschergruppe um Christine Bedore von der Duke University in Durham veröffentlicht.

Für ihre Studie zeigten die Wissenschaftler Tintenfischen der Art Sepia officinalis Videos sich heranpirschender Haie. Die Forscher beobachteten dabei das Verhalten der Tintenfische und zeichneten die Stärke des elektrischen Felds in unmittelbarer Umgebung der Tiere auf.

Sobald sich vermeintlich ein Hai näherte, erstarrten die Tiere und senkten ihre Atemfrequenz auf ein Minimum. Dadurch verringerte sich ihr elektrisches Feld um bis zu 89 Prozent.

Ob die Starre sie tatsächlich für Haie unsichtbar macht, überprüften die Forscher in einem weiteren Versuch an Schwarzspitzenhaien und Hammerhaien. Sie präsentierten den Raubfischen einen Elektroköder, der Tintenfischen ähnlich war. Erzeugte dieser ein elektrisches Feld der Stärke 30 Mikrovolt, wurde er etwa dreimal so häufig gebissen wie bei einer Feldstärke von nur sechs Mikrovolt.

Die Taktik des Einfrierens ist für den Tintenfisch äußerst effektiv, berichten die Forscher. Suchten sie stattdessen das Weite, dann erzeugten ihre kräftigen Fluchtbewegungen relativ starke elektrische Felder. Damit wären sie für Haie gut zu orten. Entkommen könnten sie ihnen dann kaum noch, denn Haie schwimmen wesentlich schneller als Tintenfische.

Von

Bernhard Fleischer

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