Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2007

08:30 Uhr

PET/CT

Tomografen erleichtern die Herzdiagnose

VonChris Löwer

Eine Untersuchung einer möglichen Erkrankung des Herzens mit einem Katheder ist riskant. Mit einem neuen, und in Berlin erstmals eingesetzten Gerät von Siemens, kann nun ohne Eingriff das Herz umfassend untersucht werden. Das sogenannte PET/CT-Gerät zeigt erstmals Ablagerungen in den Blutbahnen - ohne operativen Eingriff.

BERLIN. Langsam wurde Stefan Stechow die Sache unheimlich. Beim Fußballtraining verließen ihn mit einem Schlag die Kräfte, was er anfangs auf seine Erkältung zurückführte. Doch dann wachte der 28-Jährige nachts mit rasendem Pulsschlag auf. „Später zeigte sich beim Sport wieder ein Leistungsabfall wie auf Knopfdruck“, berichtet der Student. Es folgte eine Ärzteodyssee ohne Befund. Doch seine Ärztin ließ nicht locker, sie schickte ihn zum Kardiologen, der zwar eine gestörte Durchblutung des linken Herzmuskels diagnostizierte, aber damit noch nichts über die Ursache wusste.

Normalerweise, hätte sich jetzt eine riskante Untersuchung mit einem Herzkatheder angeschlossen. Stattdessen wurde Stechow am Diagnostisch Therapeutischen Zentrum Berlin (DTZ) mit einem hochauflösenden PET/CT-Gerät durchleuchtet. Die Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und einem Hochgeschwindigkeits-Computertomographen (CT) wird bislang vor allem bei der Krebsdiagnose verwendet. Mit dem neuen, und in Berlin erstmals eingesetzten Gerät von Siemens, kann nun ohne Eingriff das Herz umfassend untersucht werden.

Die 3D-Aufnahme des Organs brachte Student Stechow Entwarnung: Seine Herzkranzgefäße sind in bestem Zustand. Auslöser der Störung war eine Herzmuskelentzündung. Die Untersuchung dauerte 20 Minuten, belastete den jungen Mann nicht und verhinderte vor allem eine möglicherweise falsche Behandlung. „Die nicht-invasive Methode erspart Patienten einen riskanten Herzkatheder und sorgt für gestochen scharfe Bilder, aus denen sich Schwächen und Schädigungen des Herzens ablesen lassen“, sagt Wolfgang Mohnike, Leiter des DTZ.

Der Nuklearmediziner arbeitet erst seit November mit dem drei Millionen Euro teuren Gerät, von dem es weltweit nur fünf gibt. Mohnike: „Durch die hohe Geschwindigkeit der Bildgebung lassen sich auch Patienten mit sehr schnell oder ungleichmäßig schlagendem Herz zuverlässig untersuchen, was bislang so nicht möglich war.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×