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23.11.2011

10:57 Uhr

Phobos-Grunt antwortet

Hoffnungsschimmer für russische Marssonde

Nach vielen missglückten Versuchen ist der europäischen Raumfahrtorganisation ESA erstmals ein Kontakt zur fehlgeleiteten russischen Marsmond-Sonde Phobos-Grunt gelungen.

Phobos-Grunt antwortet - aber niemand versteht sie. dapd

Phobos-Grunt antwortet - aber niemand versteht sie.

MoskauFür die außer Kontrolle geratene russische Planetensonde Phobos-Grunt gibt es wieder einen schwachen Hoffnungsschimmer. Der Europäischen Weltaumorganisation ESA ist es am Dienstag gelungen, mit ihrer Bodenstation in Perth (Australien) Kontakt zum Havaristen aufzunehmen, sagte ESA-Sprecher Bernhard von Weyhe am Mittwoch in Darmstadt.

Die Sonde habe damit erstmals Daten an eine Bodenstation zurückgesendet. Diese seien allerdings bisher noch nicht ausgewertet.

„Der Patient ist zwar nicht tot, aber wie krank er ist, wissen wir noch nicht“, sagte René Pischel, der Leiter der russischen ESA-Vertretung. Es bleibe abzuwarten, ob die seit zwei Wochen in der Erdumlaufbahn kreisende Raumsonde zu retten sei. „Das Signal enthielt keinerlei telemetrische Daten. Wir unternehmen in der kommenden Nacht einen erneuten Versuch“, sagte Pischel.

Die 13,5 Tonnen schwere und 120 Millionen Euro teure Sonde sollte zum Mars-Mond Phobos fliegen, dort Bodenproben nehmen und diese im August 2014 zur Erde bringen. Offenbar wegen eines Programmierfehlers haben aber die Marschtriebwerke für den Weiterflug zum Mars nicht gezündet.

Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos hatte die Sonde daraufhin am Dienstag praktisch aufgegeben. Es gebe nur noch sehr geringe Chancen, die Mission durchzuführen, da Phobos-Grunt schweige, sagte Roskosmos-Vize Witali Dawydow. Russland wollte mit der Sonde nach 15 Jahren Pause wieder in die internationale Planetenforschung einsteigen.

Unterdessen ist die ausgebrannte zweite Stufe der Zenit-Trägerrakete, die Phobos-Grunt am 9. November auf eine Erdumlaufbahn gebracht hatte, in der Erdatmosphäre verglüht. Nach Angaben der nordamerikanischen Weltraumüberwachungssystem NORAD war sie in der Nacht zum Mittwoch über Nordaustralien in die dichten Schichten der Atmosphäre eingetaucht.

 

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