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07.10.2014

13:06 Uhr

Physik-Nobelpreis 2014

Drei Japaner für LED-Forschung ausgezeichnet

VonHelmut Steuer

In Stockholm sind die Gewinner des Physik-Nobelpreises bekanntgegeben worden. Die drei japanischen Wissenschaftler Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura gelten als Erfinder der Leuchtdioden.

Drei Japaner dürfen sich freuen

LED-Erfinder erhalten Nobelpreis

Drei Japaner dürfen sich freuen: LED-Erfinder erhalten Nobelpreis

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StockholmMit dem diesjährigen Physik-Nobelpreis werden die japanischen Wissenschaftler Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura ausgezeichnet. Sie haben bereits vor Jahren erfolgreich im Bereich der LED-Lichttechnologie geforscht. Wie das Nobelpreis-Komitee am Dienstag in Stockholm mitteilte, wird ihnen die Auszeichnung für die Forschung zu neuen energieeffizienten und umweltfreundlichen Lichtquellen verliehen, die auch als LED bekannt sind.

Die Forscher gelten als Erfinder der Leuchtdioden. Diese Erfindung sei zwar erst 20 Jahre alt, teilte die Akademie weiter mit. Doch die Arbeit der drei habe es schon erlaubt, „weißes Licht in einer völlig neuen Art zum Nutzen aller“ zu erzeugen. In einer ersten Reaktion zeigte sich Shuji Nakamura "überwältigt". „Es ist unglaublich“, erklärte der Wissenschaftler.

Den drei Wissenschaftlern gelang es zu Beginn der 90-er Jahre gelungen, aus Halbleitern auch blaues Licht zu erzeugen. Zuvor war gab es nur rote und grüne Leuchtdioden. Ohne blaues Licht war es jedoch nicht möglich, weißes Licht zu erzeugen. Mehr als drei Jahrzehnte versuchten Forscher auf der ganzen Welt vergeblich, das fehlende blaue Licht zu produzieren. Erst den nun ausgezeichneten Wissenschaftlern gelang es. Das Nobel-Komitee spricht von einer „Revolution“, da nur durch die Entdeckung der drei Forscher die gesamte Lichttechnologie weltweit dramatisch verändert werden konnte. Sie entdeckten ein Halbleitermaterial, das auch blaues Licht ausstrahlen konnte. Doch der Weg dahin war lang und kompliziert: Mehr als 1000 Versuche mit unterschiedlichen Materialien waren notwendig, um ein Kristall zu finden, das unter Strom blaues Licht aussenden kann. Sie fanden es in Galliumnitrid.

LEDs zeichnen sich durch lange Lebensdauer und extrem niedrigen Stromverbrauch aus. „Die gewöhnliche Glühlampe hat das 20. Jahrhundert erleuchtet, die LED-Lampe wird das 21. Jahrhundert erleuchten“, schreibt die Wissenschaftsakademie in ihrer Begründung. Da rund ein Viertel des weltweiten Stromverbrauchs für Beleuchtung benötigt wird, tragen LED-Lampen zu einem dramatisch niedrigeren Verbrauch bei. Die Wissenschaftsakademie betonte in ihrer Begründung, dass die blaue Leuchtdiode gerade einmal 20 Jahre alt ist und dennoch bereits die Lichttechnologie von Grund auf verändert hat. Heute befinden sich LEDs nicht nur im Haus, sondern auch in allen Smartphones, Taschenlampen, Bildschirmen und Verkehrs-Leitsystemen. 

Isamu Akasaki ist 85 Jahre alt und Professor an der Nagoya Universität. Hiroshi Amano (54) lehrt ebenfalls an der Nagoya Universität. Der in Japan geborene Shuki Nakamura (60) ist amerikanischer Staatsbürger und arbeitet als Professor an der University of California. Nakamura arbeitete jahrelang bei Nichia Chemicals, einem damals kleinen japanischen LED-Hersteller. Mittlerweile ist der Konzern einer der größten Hersteller von Leuchtdioden. Nakamura lag längere Zeit in einem Patentstreit mit dem Unternehmen. Man einigte sich jedoch außergerichtlich.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder einmal Kritik an der Auswahl der Preisträger gegeben. Es würde nur Grundlagenforschung belohnt und selten physikalische Entdeckungen, die einen ganz praktischen Nutzen im Alltagsleben haben. In diesem Jahr dürften die Kritiker verstummen, denn die LED-Technologie hat sich durchgesetzt Im vergangenen Jahr wurden die Entdecker des sogenannten Higgs-Teilchens, Peter Higgs und Francois Englert, ausgezeichnet.

Diese Woche steht ganz im Zeichen der Nobelpreis-Bekanntgaben. Nach den Medizin- und Physik-Preisträgern am Montag und Dienstag folgt  am Mittwoch die Bekanntgabe der Chemie-Nobelpreisträger. Der Literaturnobelpreisträger wird am Donnerstag bekanntgegeben. Am Freitag wird in der norwegischen Hauptstadt Oslo der Friedensnobelpreisträger präsentiert. Am kommenden Montag folgt dann der Wirtschaftsnobelpreis, der kein offizieller Nobelpreis ist, sondern 1968 von der schwedischen Zentralbank gestiftet wurde.

In diesem Jahr erhalten die Preisträger acht Millionen Kronen, das sind umgerechnet rund 878 000 Euro. Seit der ersten Nobelpreisvergabe 1901 wurden insgesamt 254 Amerikaner mit einem Nobelpreis geehrt. Auf die USA folget Großbritannien mit 93 Auszeichnungen und Deutschland mit 80.

Die Nobelpreise werden stets am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters, des schwedischen Industriellen Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo übergeben.

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