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18.01.2005

16:00 Uhr

Physiker, Weltbürger, Pazifist

Die Biografie Einsteins

Einsteins Leben war nicht das eines abgehobenen Physikers. Seine Biografie ist geprägt von den Einflüssen seiner Zeit.

HB HAMBURG. Das in Deutschland geborene Physik-Genie Albert Einstein gilt als Weltbürger. Er hatte im Laufe seines Lebens mehrere Staatsbürgerschaften. Einstein lebte und arbeitete unter anderem in der Schweiz, Deutschland und den USA und mischte sich auch immer wieder in politische Fragen ein.

1879 - Albert Einstein wird am 14. März als Sohn eines jüdischen Kleinunternehmers in Ulm geboren.

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1880 - Die Familie zieht nach München um, wo Einstein später das Luitpold-Gymnasium besucht.

1894 - Um der eisernen Schuldisziplin und der deutschen Wehrpflicht zu entgehen, verlässt der 15-jährige Einstein Deutschland ohne Schulabschluss und reist zu seinen Eltern nach Mailand.

1896 - Der auf Wunsch Einsteins beantragten Entlassung aus der deutschen Staatsbürgerschaft wird stattgegeben. Einstein holt im Schweizer Aarau sein Abitur nach und beginnt in Zürich ein Mathematik- und Physikstudium.

1900 - Im Sommer legt Einstein seine Diplomprüfungen ab und schlägt sich zunächst als Aushilfslehrer durch, weil er keine reguläre Anstellung findet.

1901 - Einstein nimmt die Schweizer Staatsbürgerschaft an.

1902 - Durch die Vermittlung eines Freundes findet Einstein eine Stelle am Eidgenössischen Patentamt in Bern, wo er die nächsten sieben Jahre als Gutachter arbeitet. Nebenher promoviert er.

1903 - Einstein heiratet seine ehemalige Studienkollegin Milena Maric, mit der er drei Kinder zeugt.

1905 - In seinem annus mirabilis („Wunderjahr“) schließt der 26- Jährige seine Dissertation ab und veröffentlicht drei weitere bahnbrechende Arbeiten: Die Erklärung des lichtelektrischen Effekts, für die er später den Nobelpreis bekommen wird, die Spezielle Relativitätstheorie einschließlich der Formel E=mc² und die Erklärung der Brownschen Molekularbewegung.

1908 - Habilitation an der Universität Bern.

1909 - Einstein wird außerordentlicher Professor für theoretische Physik in Zürich.

1911 - Ordinarius für theoretische Physik an der deutschen Universität in Prag.

1912 - Odinarius in Zürich.

1913 - Auf Betreiben mehrerer namhafter Physiker erhält Einstein einen Ruf nach Berlin, wo er frei von Lehrverpflichtungen forschen kann. Die Stelle tritt er 1914 an.

1915 - Einstein vollendet die Allgemeine Relativitätstheorie. Als Mitunterzeichner eines „Manifests an die Europäer“ spricht er sich für den Erhalt der europäischen Kultur aus.

1917 - Direktor des neu gegründeten Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin.

1919 - Einstein lässt sich von Mileva scheiden. Die Sonnenfinsternis vom 29. Mai bestätigt eindrucksvoll die Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie, dass die Schwerkraft den Raum krümmt und damit das Licht ablenkt. Einstein wird auf einen Schlag berühmt. Hochzeit mit seiner Cousine Elsa Löwenthal-Einstein.

1922 - Einstein bekommt rückwirkend für 1921 den Physiknobelpreis - nicht für die Relativitätstheorie, sondern für seine Erklärung des photoelektrischen Effekts aus dem Jahr 1905.

1925 - Aus Solidarität mit Gandhi unterzeichnet Einstein ein Manifest gegen die allgemeine Wehrpflicht.

1933 - Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler entschließt sich Einstein, der bereits zuvor massiven antisemitischen Angriffen ausgesetzt war, zur Emigration in die USA, wo er am Institute for Advanced Study in Princeton (US-Staat New Jersey) wirkt. Er wird nie wieder deutschen Boden betreten.

1936 - Einsteins zweite Ehefrau Elsa stirbt.

1939 - Der überzeugte Pazifist unterzeichnet einen Aufruf an US- Präsident Franklin Roosevelt, der vor der potenziellen Gefahr einer deutschen Atombombe warnt und eine entsprechende amerikanische Entwicklung fordert. Einstein wird so zum Mitinitiator des US- Atombombenprojekts, an dem er sich selbst jedoch nicht beteiligt.

1940 - Einstein wird US-Staatsbürger, behält aber zugleich seine Schweizer Staatsbürgerschaft.

1945 - Nach den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki setzt Einstein sich für eine Ächtung von Kernwaffen ein und warnt vor einem Rüstungswettlauf der Großmächte. Zudem plädiert er für eine Weltregierung.

1948 - Einsteins erste Frau Mileva stirbt.

1952 - Dem stets politisch engagierten Einstein, der sich seit den 20er Jahren auch für die zionistische Bewegung einsetzt, wird die israelische Staatspräsidentschaft angeboten, die er jedoch ablehnt.

1955 - Am 18. April stirbt Einstein 76-jährig in Princeton.

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