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24.11.2015

15:05 Uhr

Planetenforschung

Der Mars auf dem Weg zum Ringplaneten

Saturn ist der bekannteste Ringplanet unseres Sonnensystems, doch auch Jupiter, Uranus und Neptun sind von schwach ausgeprägten Ringen umgegeben. In Zukunft könnte auch unser Nachbarplanet Mars zu dieser Gruppe gehören.

Saturn besitzt das eindrucksvollste Ringsytem in unserem Sonnensystem. Reuters

Ringplanet Saturn

Saturn besitzt das eindrucksvollste Ringsytem in unserem Sonnensystem.

BerkeleyEin zerbrechender Mond könnte dem Planeten Mars in einigen Millionen Jahren einen eigenen Ring bescheren. Das legt eine Analyse nahe, die Benjamin Black und Tushar Mittal von der Universität von Kalifornien (Berkeley) im Fachblatt „Nature Geoscience“ präsentieren.

Demnach wird der Marsmond Phobos dem Roten Planeten in 20 bis 40 Millionen Jahren so nahe kommen, dass der Trabant zerrissen wird. Die Trümmer werden sich voraussichtlich zu einem Ring sammeln, der bis zu hundert Millionen Jahre existieren könnte.

Der Mars besitzt zwei kleine Monde, Phobos und Deimos, die den Nachbarplaneten der Erde in sehr geringem Abstand umkreisen. Beide sind unregelmäßig geformt und haben Durchmesser von weniger als 30 Kilometern.

Phobos, der größere von beiden, zieht seine Bahn nur rund 6000 Kilometer über dem Mars und nähert sich ihm auf einer leichten Spiralbahn langsam immer weiter an. Zum Vergleich: Der Erdmond hat einen Durchmesser von knapp 3 500 Kilometern und umkreist unseren Planeten in knapp 400.000 Kilometern Entfernung.

Durch seine Spiralbahn wird Phobos unweigerlich zerstört werden: Entweder stürzt er irgendwann auf den Mars oder die Gezeitenkräfte des Planeten zerreißen ihn in der Umlaufbahn. Welches Schicksal den kleinen Mond erwartet, hängt von seiner Zusammensetzung ab. Mit Hilfe von Beobachtungsdaten und einem geotechnischen Modell haben Black und Mittal die Festigkeit des Trabanten berechnet.

Demnach ist er nicht sehr stabil und wird voraussichtlich in 20 bis 40 Millionen Jahren zerrissen. Dann ist er dem Mars so nahe, dass dessen Schwerkraft an der Unterseite des Mondes deutlich stärker zieht als an der etwas weiter entfernten Oberseite. Diese Differenz hält Phobos voraussichtlich nicht aus und zerbricht.

Womöglich ist dieses Schicksal auch schon anderen Monden unseres Sonnensystems beschieden gewesen. Vor langer Zeit könnten auch andere nach innen wandernde Trabanten von Planeten zerstört worden sein, schreiben die Forscher.

Von

dpa

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