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04.04.2011

07:45 Uhr

Planetenforschung

Großer Schaden durch kleine Meteoriten

VonLars Fischer
Quelle:Spektrum.de

Etwa eine 500 Millionen Jahre nach ihrer Geburt traf ein Hagel vom Meteoriten die Erde, das sogenannte „große Bombardement“. Dabei richteten nicht nur die großen Brocken erheblichen Schaden an.

Nicht nur große Meteoriteneinschläge richteten auf der Erde Schaden an. Auch kleinere Geschosse aus dem All entwickelten große Zerstörungskraft. Quelle: picture-alliance

Nicht nur große Meteoriteneinschläge richteten auf der Erde Schaden an. Auch kleinere Geschosse aus dem All entwickelten große Zerstörungskraft.

HeidelbergMikrometeoriten lösten auf Erde und Mars einen Klimaschock aus. Das haben Wissenschaftler vom Imperial College im London entdeckt. Die Forscher um den Geowissenschaftler Richard Court bestimmten, wie viel Schwefeldioxid während des großen Bombardements vor etwa vier Milliarden Jahren in die Atmosphäre getragen wurde.

Als großes Bombardement bezeichnen Planetologen eine Epoche, in der binnen hundert Millionen Jahren zahlreiche Brocken mit bis zu 50 Kilometern Durchmesser auf Monde und Planeten des inneren Sonnensystems stürzten. Doch nicht nur die großen Meteoriten richteten enormen Schaden an, wie die britischen Forscher jetzt nachwiesen. Auch Krümel konnten die Erde gravierend verändern – ihre Gesamtmasse machte es.

Denn die etwa sandkorngroßen Fragmente aus dem Asteroidengürtel trugen eine zerstörerische Fracht in sich. In einem Ofen erhitzen die Forscher solche Mikrometeoriten schlagartig auf etwa 1000 Grad Celsius und maßen die frei werdenden Zersetzungsprodukte. Dabei fanden sie unter anderem Schwefeldioxid: Etwa zwanzig Millionen Tonnen der übelriechenden Verbindung sollen die Meteoriten beim Verglühen in der Atmosphäre freigesetzt haben – jährlich.

Mit Wasser formt Schwefeldioxid Aerosole, die Sonnenlicht reflektieren - der Planet kühlte sich dadurch ab. Laut Court und Kollegen entspricht er Effekt etwa einem Ausbruch des Pinatubo im Jahr 1991, und das über hundert Millionen Jahre lang. Die Aschewolken des philippinischen Vulkans hatten zehn Prozent des Sonnenlichtes abgehalten und die Erde um ein halbes Grad abgekühlt.

Auch der Mars bekam den Effekt des Meteoriten-Bombardements zu spüren, möglicherweise mit noch dramatischeren Folgen: Ohnehin weiter von der Sonne entfernt als die Erde, könnte der Schwefeldioxid-Eintrag zur Entstehung der eisigen Bedingungen beigetragen haben, die wir heute dort noch vorfinden.

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