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21.10.2011

10:17 Uhr

Planetenforschung

Tausend gefrorene Ozeane umkreisen jungen Stern

Ein riesiges Wasserreservoir umkreist den 175 Lichtjahre von uns entfernten Stern TW Hydrae. Es könnte ein sich bildendes Planetensystem mit dem Leben spendenden Nass versorgen.

Diese Nasa-Illustration zeigt die Staubscheibe um den jungen Stern TW Hydrae. Im Staub verbirgt sich ein riesiges Wasserreservoir. Reuters

Diese Nasa-Illustration zeigt die Staubscheibe um den jungen Stern TW Hydrae. Im Staub verbirgt sich ein riesiges Wasserreservoir.

DüsseldorfMit dem europäischen Weltraumteleskop „Herschel“ haben Astronomen große Mengen Wassereis in der Nähe eines jungen Sterns aufgespürt. Die Beobachtungen legen nahe, dass die äußere Gas- und Staubscheibe um den nahen Stern TW Hydrae gefrorenes Wasser im Umfang von mehreren tausend irdischen Ozeanen enthält, berichten die Forscher um Michiel Hogerheijde vom Observatorium Leiden im Fachjournal „Science“. Dieses Eis könnte einmal zu einer Wasserquelle für ein entstehendes Planetensystem des Sterns werden.

Solche Systeme formen sich nach heutigem Wissen aus großen Gas- und Staubscheiben, die um junge Sterne wirbeln. In diesen Scheiben klumpt die Materie zu immer größeren Brocken zusammen, aus denen schließlich Planeten, Monde und Kometen entstehen. Auch unser eigenes Sonnensystem hat sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren so gebildet.

Der 175 Lichtjahre entfernte Stern TW Hydrae im Sternbild Wasserschlange ist erst zehn Millionen Jahre alt und steht damit noch ganz am Anfang seiner Entwicklung. Umrundet wird er von einer ausgedehnten Gas- und Staubscheibe. In den äußeren Regionen dieser protoplanetaren Scheibe, in denen Temperaturen von rund minus 250 Grad Celsius herrschen, gefriert Wasserdampf an Staubkörnern. Einen kleinen Teil der Wassereis-Moleküle befördert die ultraviolette Strahlung des Sterns allerdings wieder zurück in die Gasphase.

Die spektralen Fingerabdrücke genau dieser Moleküle konnten die Wissenschaftler am Rande der protoplanetaren Scheibe von TW Hydrae aufgespürt. Um die Menge des kalten Wasserdampfs abzuschätzen, simulierte das Team die chemischen und physikalischen Prozesse in der Scheibe im Computer und verglich die Ergebnisse mit den Beobachtungsdaten. Demnach entspricht die nachgewiesene Dampfmenge rund fünf Tausendstel der Masse der irdischen Ozeane.

Da die Wassermoleküle sehr wahrscheinlich von eisüberzogenen Staubkörnern nahe der Scheibenoberfläche stammen, deutet der Fund auf ein verstecktes Eisreservoir in der Scheibe hin. Um die nun entdeckte Menge an Wasserdampf zu erzeugen, müsste die Masse der dortigen Eisvorkommen die der Ozeane auf der Erde tausendfach übertreffen.

Wasser ist eine zentrale Voraussetzung für die Entstehung von Leben wie wir es kennen. Mit „Herschel“ gelang es nun erstmals, das schwache Signal von kaltem Wasserdampf aus den Außenbezirken einer frühen Staubscheibe einzufangen und damit ein großes Wasserreservoir aufzuspüren. Das zeigt, dass auch andere Sonnensysteme mit einem großen Wasservorrat entstehen können.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Klugschei5er

21.10.2011, 13:00 Uhr

Aktuell ist dieses Sonnensystem 185Mio. Jahre alt. 175Mio. bis das Licht hier angekommen ist und weitere 10 Mio ist das Sonnensystem auf dem Bild alt, das hier abgelichtet wurde.

oder-auch-nicht

21.10.2011, 16:16 Uhr

- tja, das licht war aber schon nach 175 jahren da.....

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