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06.03.2011

10:48 Uhr

Polarforschung

Antarktiseis wächst auch von unten

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Wissenschaftler sind einem bislang unbekannten Mechanismus bei der Bildung mächtiger Eisdecken in der Antarktis auf die Spur gekommen. Das Phänomen könnte Klimaforschern Probleme bereiten.

Eisfläche im Gebiet von Dome A. Hier konnten die Forscher den Mechanismus erstmals feststellen. Quelle: Science

Eisfläche im Gebiet von Dome A. Hier konnten die Forscher den Mechanismus erstmals feststellen.

Heidelberg

Eisschilde legen normalerweise zu, wenn Schnee auf sie fällt, sich verfestigt und zu Eis wird. Über die Jahrtausende verdickt sich dieses Paket zunehmend, sofern sich die Temperaturbedingungen nicht verändern - so lautet die bislang gültige Theorie zum Gletscherwachstum.

Robin Bell vom Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University und ihre Kollegen legen nun aber die Axt an diese Regel: Die Glaziologen entdeckten bei ihren Studien am Dome-A-Eisschild in der Antarktis, dass durchschnittlich bis zu einem Viertel dieser Eismasse von unten her entstanden sein könnte.

Dome A hat einen Durchmesser von mehr als 4200 Meter: Seine Masse übt an der Basis daher einen enormen Druck aus; gleichzeitig entsteht Reibungswärme, wenn sich das Paket über den Untergrund schiebt - beides zusammen lässt das Eis tauen. Dieses Schmelzwasser fließt an der Gletscherunterseite entlang und erleichtert als Schmiermittel dessen Bewegung.

Sammelt es sich dann beispielsweise an Talenden oder vor Bergrücken, kann es allerdings neuerlich vereisen: Der Gletscher dünnt an diesen Hindernissen aus, so dass sich frostige Bedingungen von seiner Oberseite bis zur Basis durchsetzen können. Das Schmelzwasser friert am Gletscher wieder an. Das Gleiche passiert, wenn Wasser an Talwänden nach oben gepresst wird und dann weniger unter Druck steht: Das superkalte Wasser gefriert dann sofort.

Dadurch verformt sich der Gletscher morphologisch, da er sich an diesen Stellen aufwölbt. In den Radarbildern, die die Forscher bei ihren Überflügen über das Eisschild machten, ähneln die Eisblasen "Bienenstöcken", wie es Bell ausdrückt. Sie und ihr Team dachten daher zuerst an fehlerhafte Aufnahmen, doch wiederholten sich diese Strukturen immer wieder aufs Neue.

Kommentare (2)

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06.03.2011, 11:28 Uhr

Interessant und ein weiterer Beweis, daß die Klimapäpste keine Ahnung haben, wovon sie reden, nur die ganze Welt verrückt machen mit ihren Thesen und Forderungen. Solange der Mensch den Mechanismus nicht durchschaut hat, der das Weltklima seit vermutlich mehreren Millionen Jahren auf plus oder minus 20°C konstant hält, sollte er da nicht hineinpfuschen. Das soll jetzt jedoch nicht heißen, daß ein wenig ökologische Vorsicht nicht doch von Nutzen sei.

simon

06.03.2011, 19:17 Uhr

wenn man Wasser gefrieren will braucht man Kälte ( =Abwesenheit von Wärme) - wo das Wasser herkommt ist nicht von Bedeutung, sondern das zu viel Wärme vorhanden ist! Dies verhindert ein Gefrieren, nicht der Mangel an Wasser.... Und da unbestritten ist, dass aus dem Erdinneren Wärme abgegeben wird, kann hier auch kein zusätzliches Eis erzeugt werden. Dieses Eis wird durch die vorhandenen Eismassen VON OBEN HER angekühlt, und genau dieser Prozess wird durch warme Wassermassen der Meere und warme Luftströmungen abgeschwächt - daher auch weniger Eismasse - es ist zu warm, von oben her gesehen, von unten her war es schon immer so..

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