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22.01.2017

10:42 Uhr

Polarforschung

Frau Luna lebt jetzt in der Antarktis

Julia Luna hat einen Arbeitsplatz mit ganz besonderen Herausforderungen: Die Ingenieurin arbeitet in der Antarktis. Zu Besuch auf einer Forschungsstation, die den Launen einer unbarmherzigen Natur ausgeliefert ist.

Die Argentinierin ist die erste Frau, die auf der Station überwintert hat. dpa

Julia Luna vor dem argentinischen Stützpunkt Carlini in der Antarktis

Die Argentinierin ist die erste Frau, die auf der Station überwintert hat.

Carlini-Station, AntarktisWie lebt es sich im Eis, 900 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt? Die Ingenieurin Julia Luna (28) hat einen der ungewöhnlichsten Arbeitsplätze der Welt: Eingerahmt von Eisbergen arbeitet die Argentinierin auf einer Antarktis-Station. Sie ist die erste Frau, die hier überwintert hat.

Im langen Südpol-Winter bleibt der argentinische Stützpunkt Carlini auf der King-George-Insel völlig isoliert. Den Menschen dort bleibt aber wenig Zeit für Heimweh. „Wir erleben so viel, dass man kaum Heimweh spürt“, sagt Luna.

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Das Alltagsleben in der Antarktis ist nicht einfach, sommers wie winters. Luna zieht dennoch den eiskalten Winter mit den knappen Lichtstunden dem Sommer vor. „Da haben wir genügend Räume für uns alle, wir sind nur 28, die den Winter hier durchhalten, das ist dann wie eine Familie“, erklärt sie.

Im Sommer herrscht dagegen großer Forscherandrang auf Carlini. Es kommen viele Wissenschaftler, auch aus Deutschland, die an dem vom Alfred-Wegener-Institut mitgetragenen Dallmann-Labor forschen. In Carlini – die Station ist benannt nach einem argentinischen Antarktisforscher – werden unter anderem die Folgen des Klimawandels auf den Schmelzprozess der Gletscher und die Wanderungsbewegungen der Pinguine analysiert.

150 Menschen kamen im Sommer 2015/16 auf dem Stützpunkt zusammen, knapp 100 befinden sich seit Anfang dieses Jahres auf Carlini. „Da müssen wir uns sogar manchmal zu den Mahlzeiten in Schichten aufteilen“, sagt die Ingenieurin, die dann auch zunehmend mit der Instandhaltung der Computer und Netzwerkverbindungen beschäftigt ist. „Das nimmer schwindende Tageslicht ist auf lange Sicht auch etwas irritierend“, erklärt sie.

Carlini hat keine Landepiste. Die Flugzeuge vom südamerikanischen Festland müssen auf dem 20 Kilometer entfernten chilenischen Stützpunkt Frei Montalva landen. Die bewährten Hercules C-130- Maschinen der argentinischen Luftwaffe haben beim dreistündigen Flug ab der patagonischen Stadt Río Gallegos stets ein paar Ersatzreifen mit, da die Steinpiste immer wieder mal ein Rad platzen lässt.

Kommentare (1)

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