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12.11.2011

10:45 Uhr

Polarforschung

Neue Dynamik am Nordpol

Quelle:Spektrum.de

Das Weiß der Arktis schwindet und macht dem Blau des Meeres Platz. Und was von der einstigen Eisbedeckung noch übrig bleibt, wird immer dünner. Das verändert auch die Ozeanströmungen – und stärkt womöglich den Golfstrom.

Der Forschungseisbrecher Polarstern auf seinem Weg durch das Eis des Arktischen Ozeans. Mario HoppmannAWI

Der Forschungseisbrecher Polarstern auf seinem Weg durch das Eis des Arktischen Ozeans.

HeidelbergNach Monaten auf See und tausenden Flugkilometern steht das eindeutige Fazit fest: „Das Eis der Arktis hat sich von seinem Tiefststand 2007 nicht erholt. Es schmolz wohl auch in diesem Sommer genauso stark ab wie im damaligen Rekordjahr“, fasst Stefan Hendricks vom Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven die Ergebnisse der jüngsten Messfahrt der „Polarstern“ im hohen Norden zusammen.

Mehr noch: Das Eis wird nicht nur weniger – was noch übrig bleibt, wird auch immer jünger und dünner. „Dort, wo das Meereis in den vergangenen Jahrzehnten hauptsächlich aus alten, dickeren Schollen bestand, fand sich dieses Jahr überwiegend dünnes einjähriges Eis“, so Hendricks. Altes Eis erreicht Dicken von drei bis fünf Metern, die jungen Schollen dagegen nur eine von maximal 90 Zentimeter.

Gleichzeitig setzt der Eismangel Rückkopplungseffekte in Gang, die das winterliche Zufrieren des Wassers bereits zu verzögern scheinen. „Auf unserer Expedition im Jahr 2007 stießen wir im September in der russischen Laptewsee bereits auf dünnes, neu gebildetes Eis. Diesmal war davon weit und breit nichts zu sehen. Die Wassertemperatur in zehn Meter Tiefe betrug noch drei Grad Celsius – so stark hatte die Sonne die eisfreien Meeresflächen erwärmt“, erzählt Ursula Schauer vom AWI und wissenschaftliche Leiterin des Fahrtabschnitts durch die zentrale Arktis.

Seit 1980 – dem Beginn der Satellitenerfassung – ist die durchschnittliche Ausdehnung des arktischen Meereises im September um 3,5 Millionen Quadratkilometer zurückgegangen: 2011 betrug sie nur noch 4,3 Millionen Quadratkilometer. Jedes Jahr schwindet die sommerliche Eisbedeckung durchschnittlich um rund 80 000 Quadratkilometer, eine Fläche so groß wie Österreich.

Und nichts deutet darauf hin, dass sich dieser Trend langfristig umkehrt, denn die Arktis erwärmt sich gegenwärtig stärker als fast jede andere Region der Erde. Seit etwa 1900 stiegen die Temperaturen vor Ort um durchschnittlich 1,5 Grad Celsius, in Teilen Alaskas und Kanadas sogar um drei bis vier Grad Celsius.

Kommentare (1)

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Bruder-Helmut

13.11.2011, 15:13 Uhr

Nun unterlassen wir doch mal diese Lügen

Fakt ist, dass im Laufe der Erdgeschichte die Pole fast IMMER einsfrei waren.

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