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22.08.2011

07:55 Uhr

Polarforschung

Wo die Gletscher rasen

Quelle:Spektrum.de

Große Eiszungen wälzen sich aus dem Inneren der Antarktis Richtung Meer. Wie schnell sie das tun, haben Forscher jetzt gemessen - und dabei einen Mechanismus entdeckt, der den Meeresspiegelanstieg beschleunigen könnte.

Eisströme in der Antarktis: Die Gletscher des Südkontinents bewegen sich unterschiedlich schnell. Am rasantesten kommen sie an den Küsten voran (rot und violett), am langsamsten sind sie an den Gebirgsgraten (rosa). Quelle: Eric Rignot, NASA Jet Propulsion Laboratory and University of Ca

Eisströme in der Antarktis: Die Gletscher des Südkontinents bewegen sich unterschiedlich schnell. Am rasantesten kommen sie an den Küsten voran (rot und violett), am langsamsten sind sie an den Gebirgsgraten (rosa).

HeidelbergVon oben betrachtet wirkt die Antarktis wie ein riesiges weißes Schild, das fest verankert im Südpolarmeer liegt. Doch dieser Eindruck trügt: Tatsächlich schieben sich die Eismassen täglich voran – und das teilweise mit mehreren Kilometern pro Jahr, wie nun eine neue, detaillierte Karte der Fließgeschwindigkeiten enthüllt.

Eric Rignot und Bernd Scheuchl von der University of California in Irvine und ihre Kollegen werteten dazu Tausende von Radar- und Satellitenaufnahmen aus, die zwischen 1996 und 2009 von Nasa- und Esa-Sonden während ihrer Überflüge geschossen worden. Aus den Veränderungen über die Jahre hinweg lässt sich dann berechnen, wie schnell sich die Eiszungen vom Inneren des Kontinents zu dessen Rändern bewegen.

Am zügigsten kommen die Eismassen demnach im unmittelbaren Küstenbereich und in den Eisschelfen voran – hier erreichen sie ein Tempo von mehreren Metern pro Tag. Am langsamsten vollzieht sich der Wandel hingegen entlang der Bergrücken, die die Antarktis in verschiedene Becken unterteilen: Hier kriecht das Eis nur wenige Zentimeter pro Jahr voran.

Mit ihrer Karte füllen die Forscher große Lücken im Verständnis der antarktischen Eismassen – gerade für die Ostantarktis lagen bislang kaum brauchbare Datensätze vor, obwohl sie 77 Prozent des Kontinents ausmacht. Zu ihrer Überraschung entdeckten die Wissenschaftler einen zuvor völlig unbekannten Gebirgsgrat, der sich von Ost nach West durch den gesamten Kontinent zieht.

Andernorts stießen sie auf riesige Eiszungen, die sich selbst im Kontinentinneren mit 250 Meter pro Jahr voranbewegen, weil sie auf feuchten Sedimenten oder Schmelzwasser gleiten. Andernorts behindert dagegen rauer Untergrund ihr Fortkommen.

Besonders erstaunte Rignot und Co, dass manche Schelfeisgebiete über rasante Zulieferer verfügen, die bis tief in den Kontinent hineinragen und von dort mit hoher Geschwindigkeit Eis herantransportieren. Ein Phänomen, das ihnen allerdings auch etwas Sorgen bereitet: „Sollten wir das Eis vor den Küsten wegen wärmerer Ozeane verlieren, öffnen wir den Hahn zu den Eismassen im Inneren der Antarktis. Das ist eine entscheidende Information, um den zukünftigen Meeresspiegelanstieg vorhersagen zu können“, sagt Thomas Wagner von der Nasa.

Bislang wirkt das Schelfeis wie eine Barriere, die die landeinwärts anschließenden Gletscher blockiert und ausbremst. Fehlen sie, erhöht sich die Kalbungsrate der Eiszungen und damit die Menge an frischem Eis, die über ihr Schmelzwasser die Pegelstände im Ozean erhöhen. 

Von

Daniel Lingenhöhl

Kommentare (6)

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Heini

22.08.2011, 09:04 Uhr

Komischerweise kommt der Anstieg des Meeresspiegels zum Stillstand. Könnte das an der Ausbreitung des polaren Eises liegen? Erwarten Sie keine Fakten bei den Klimalügnern sondern bei unabhängigen Wissenschaftlern bei EIKE-klima-energie.eu. Die werden nicht von der Regierung bezahlt und haben kein Interesse an höheren CO2 Steuern!

Pendler

22.08.2011, 09:39 Uhr

--@ Heini,

Esw erstaunt mich imemr wieder, wie gedankenlos die Lemmige alles nachplappern, was uns die Politschauspieler vorbeten. Und eiens dieser hirnlosen Märchen istd as mit der CO2 bedingten Erderwärmung.

Tatsache ist:
- im Laufe der Erdgeschichte waren die Pole fast immer eisfrei
- im Moment erwärmt sich das gesamte Sonnensystem.

Aber den lemmigen ist das alles so egal, wie sie noch vor 70 Jahren schrien "

"JA, wir wollen den totalen Krieg"

Selberdenker

22.08.2011, 10:27 Uhr

So ist es. Unpassende Trends, wie die mittelalterliche Wärmeperiode, in der Grönland noch Grün war, und Korn bis zum Polarkreis angebaut wurde, passen ja nicht in das Klima-Modell. Dann gab es noch die kleine Eiszeit während des Maunder-Minimums 1645 - 1715, in denen die meisten Flüsse Miteeleuropas im Winter zufroren etc. im Das lässt folgende èberlegung zu: Selbst wenn sich das Klima ändert - und das tut es andauernd - wer sagt denn dass das a) schlimm ist; und b) nicht schon seit jeher passiert? Das mit dem steigenden Meeresspiegel halte ich übrigens für ein Gerücht, in der mittelalterlichen Wärmeperiode ist Holland auch nicht abgesoffen.

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