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28.01.2008

09:07 Uhr

Precision Farming

IT optimiert die Landwirtschaft

VonHans Schürmann

Längst hat IT auch Einzug in die Landwirtschaft gehalten: Sensoren erfassen den Zustand von Böden und Pflanzen, modernes Informationsmanagement hilft bei der Planung den Arbeit auf den Höfen. Precision Farming heißt die neue Form der Landwirtschaft, die in Deutschland immer größeren Zuspruch findet.

Die IT und Sensortechnik hält Einzug in die Landwirtschaft. Foto: dpa Quelle: dpa

Die IT und Sensortechnik hält Einzug in die Landwirtschaft. Foto: dpa

DÜSSELDORF. „Acht Prozent der bundesdeutschen Betriebe setzen bereits die Techniken ein, um ihre Höfe effektiver zu führen“, sagt Armin Werner, Leiter des Verbundprojektes Preagro, das vor rund neun Jahren vom Bundesforschungsministerium ins Leben gerufen wurde und nun vor dem Abschluss steht.

Laut Werner steigt die Zahl der Nutzer weiter an. An dem Forschungsprojekt haben Experten aus Wissenschaft, Industrie und Praxis sowie Berater mitgearbeitet. Vor allem die Arbeiten in der zweiten Phase hätten gezeigt, dass einzelne Techniken inzwischen so weit entwickelt sind, dass sich das so genannte Precision Farming nicht nur für einzelne große, sondern auch für kleinere Betriebe lohne.

Precision Farming heißt übersetzt: präziser Ackerbau. Ziel dieser neuen Form der Landwirtschaft ist es, die Unterschiede innerhalb eines Feldes zu berücksichtigen. Der Bauer nutzt dabei Sensoren, die Eigenschaften und Zustände von Böden und Pflanzen erfassen. Zudem kann der Landwirt die Dünge- und Unkrautvertilgungsmittel mit Hilfe elektronisch ansteuerbarer Geräte dosieren, satellitengesteuerte Ortsbestimmungssysteme einsetzen und die gesammelten Daten mit einer speziellen Software verwalten und aufbereiten. Diese so genannten geographischen Informationssysteme helfen dem Landwirt, seine Ausgaben für die Pflanzenbehandlung und die Erträge über Jahre zu verfolgen.

„Precision Farming liefert erstmals qualifizierte Daten über Böden, Ackerkulturen und Betriebsabläufe“, sagt Werner. Das neue Informationsmanagement im Betrieb erlaube somit allen Landwirten – auch Ökobauern – eine bessere Planung und Rückverfolgung ihrer Betriebsabläufe. Damit werde erstmals ein echtes Qualitätsmanagement in der Landwirtschaft möglich. Gleichzeitig bedeute die verbesserte Rückverfolgbarkeit landwirtschaftlicher Produkte einen wichtigen Schritt zu mehr Verbraucherschutz. „Ein Landwirt, der solche Informationen gezielt und klug verwendet, spart übers Jahr Zeit und Ressourcen“, sagt Werner.

Der Verbrauch von Kraftstoff, Dünger und Pflanzenschutzmittel reduziere sich erheblich. „Landwirte, die schon länger auf Precision Farming setzen, sprechen von zusätzlichen Gewinnen zwischen 25 und 100 Euro pro Hektar und Jahr“, sagt Werner.

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