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29.01.2011

07:00 Uhr

Preiswerte Alternative

Touchscreen aus Kohlenstoff

Touchscreen-Technik hat ihren Preis: Der Einsatz seltener Metalle wie Indium macht die Berührungsbildschirme teuer. Jetzt haben Wissenschaftler eine preisgünstige Alternative entwickelt: Touchscreens, die Kohlenstoff-Nanoröhrchen enthalten.

Die neue Technologie ermöglicht den Bau deutlich günstigerer Touchscreens. FraunhoferFraunhofer IPA

Die neue Technologie ermöglicht den Bau deutlich günstigerer Touchscreens.

HB DÜSSELDORF. Eine leichte Berührung mit den Fingerspitzen genügt: Auf Touchscreens kann man mühelos schreiben, navigieren, Menüfenster öffnen oder Bilder drehen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wird die Berührung umgesetzt in Steuerbefehle, die ein Computer versteht. Auf den ersten Blick grenzt die Technik an ein Wunder. Tatsächlich ist sie wenig mysteriös: Unter der Glasoberfläche des Displays befindet sich eine hauchdünne Elektrode aus Indium-Zinn-Oxid, kurz ITO.

Das Material ist für den Einsatz in Touchscreens geradezu ideal: Es leitet geringe Ströme hervorragend und lässt die Farben des Displays ungehindert passieren. Doch es gibt ein Problem: Weltweit gibt es nur wenige Indium-Vorkommen. Auf lange Sicht fürchten die Elektrogerätehersteller, vom Preisdiktat der Anbieter abhängig zu werden. Indium zählt man daher zu den sogenannten „strategischen Metallen“.

Die Industrie ist daher stark an ITO-Alternativen interessiert, die ähnlich leistungsfähig sind. Fraunhofer-Forschern ist es jetzt gelungen, ein neues Elektrodenmaterial zu entwickeln, das ITO ebenbürtig und dazu noch deutlich billiger ist. Hauptbestandteile sind Kohlenstoff-Nanoröhrchen und preiswerte Polymere.

Die neue Elektrodenfolie ist aus zwei Schichten aufgebaut: Zum einen der Träger, eine dünne Folie aus dem preisgünstigen Plastikflaschenkunststoff Polyethylenterephthalat, PET. Zum anderen eine Mischung aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen und elektrisch leitenden Polymeren, die als Lösung auf das PET aufgetragen wird und beim Trocknen einen dünnen Film bildet.

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